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Kulturhauptstadt Europas 2025: Chemnitz, Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg sind in der engeren Auswahl

Chemnitz stellt die Widersprüche seiner Geschichte in den Mittelpunkt der Bewerbung: Umbrüche, Identitätssuche, den Wandel zur Stadt der Industriekultur. Die Bürger sollen auch selbst Projekte entwickeln.

Hannover will eine Agora – ein Kunst- und Debattierforum – in der City schaffen. Weitere Schwerpunkte der Bewerbung sind grüne Stadt, Musik als universelle Sprache sowie Religion auf der Suche nach gemeinsamen Werten.

Hildesheim, die 100.000 Einwohner-Stadt südlich von Hannover, bewirbt sich mit der umliegenden Region und will damit zeigen, dass es so etwas wie eine progressive Provinz gibt, eine „europäische Kultur-Modellregion“.

Magdeburgs Motto lautet „Raus aus der Leere“ und nimmt Bezug auf die mehrmals in der Vergangenheit zerstörte und wieder aufgebaute Stadt. Es sollen mehr Möglichkeiten für Kultur in der Stadt geschaffen werden, öffentliche Räume belebt werden. Stadtteilprojekte sollen für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt sorgen.

Nürnberg will als Kulturhauptstadt zu einer Zeitreise einladen und dabei „auch die Zukunft erarbeiten“. Daher das Wortspiel „Past forward“ als Motto der Bewerbung.

Wenn die zuständigen deutschen Behörden die Empfehlung der Jury offiziell bestätigt haben, haben die Städte bis nächsten Sommer Zeit, ihre Bewerbungen zu vervollständigen. Die Jury tritt im September 2020 wieder in Berlin zusammen, um eine Empfehlung dazu abzugeben, welche der Städte Deutschlands Kulturhauptstadt 2025 werden soll.

Deutschland stellt 2025 nach 1988 (West-Berlin), 1999 (Weimar) und 2010 (Essen/Ruhrgebiet) zum vierten Mal eine Kulturhauptstadt Europas. Im gleichen Jahr wird es auch in Slowenien eine Kulturhauptstadt geben; dort erfolgt die Vorauswahl im Februar 2020.

Die beiden Kulturhauptstädte Europas 2025 folgen auf Plovdiv (Bulgarien) und Matera (Italien) 2019, Rijeka (Kroatien) und Galway (Irland) 2020, Elefsina (Griechenland), Timisoara (Rumänien) und Novi Sad (Serbien, EU-Beitrittskandidat) 2021, Kaunas (Litauen) und Esch-sur-Alzette (Luxemburg) 2022, Veszprém (Ungarn) 2023 sowie Tartu (Estland), Bad Ischl (Österreich, Empfehlungsstatus) und Bodo (Norwegen, EFTA-/EWR-Land Empfehlungsstatus) 2024.

Hintergrund

Im September 2018 startete in Deutschland das Auswahlverfahren mit einem Aufruf zur Einreichung von Bewerbungen interessierter Städte. Bis zum Ende der Bewerbungsfrist (31.8.2019) gingen Bewerbungen von acht Städten ein: Chemnitz, Dresden, Gera, Hannover, Hildesheim, Magdeburg, Nürnberg und Zittau.

Das derzeitige Auswahlsystem besteht aus zwei Phasen: einem Vorauswahlverfahren, an dessen Ende eine Liste der Städte erstellt wird, die in die engere Auswahl kommen, und einer Endauswahl, die ca. 9 Monate später erfolgt. Die ausgewählte Stadt wird dann von dem betreffenden Mitgliedstaat offiziell benannt.

Die Bewerbungen werden von einer Jury aus zwölf unabhängigen Fachleuten geprüft. Zehn Jury-Mitglieder werden dabei von den EU-Institutionen (Europäisches Parlament, Rat, Kommission und Ausschuss der Regionen) benannt, die übrigen zwei von den zuständigen nationalen Behörden des jeweiligen Mitgliedstaates.

Gemäß den Auswahlkriterien müssen die Städte ein Kulturprogramm mit einer starken europäischen Dimension erstellen, an dem alle Interessenträger der Stadt sowie die verschiedenen Stadtviertel beteiligt sind, und das Besucher/innen aus dem ganzen Land und aus Europa anzieht. Das Programm muss eine dauerhafte Wirkung haben und zur langfristigen Entwicklung der Stadt beitragen. Die Städte müssen außerdem nachweisen, dass sie von den zuständigen lokalen Behörden unterstützt werden und in der Lage sind, das Projekt durchzuführen.

Das Programm „Kulturhauptstädte Europas” wurde 1985 auf Initiative der damaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri ins Leben gerufen und hat sich nicht nur zu einem der erfolgreichsten Kulturprojekte, sondern zu einer der beliebtesten Initiativen der EU überhaupt entwickelt. Seine Ziele sind die Förderung der kulturellen Vielfalt in Europa, die Hervorhebung der Gemeinsamkeiten und die Einbeziehug der kulturellen Dimension bei der langfristigen Entwicklung der Städte.

Weitere Informationen:

Pressemeldung: Vorauswahl im Bewerbungsverfahren „Kulturhauptstadt Europas 2025“ in Deutschland

Website Europäische Kulturhauptstädte

Broschüre „30 Jahre Europäische Kulturhauptstadt“

Pressekontakt Kulturstiftung der Länder: Hans-Georg Moek, Tel +49 (30) 89 36 35 29

Pressekontakt Vertretung: Gabriele Imhoff , Tel.: +49 (30) 2280-2820

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

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