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Europäischer Forschungsrat hilft acht deutschen Forschern, ihre Projekte marktreif zu machen

Die ausgewählten Projekte, die mit über 8 Mio. Euro gefördert werden, decken eine Vielzahl von Themen ab, dazu gehört auch das Projekt von Eduard Arzt, wissenschaftlicher Direktor und Leiter der Abteilung Funktionelle Mikrostrukturen am Leibniz-Institut für Neue Materialien in Saarbrücken.

Das Projekt von Edurard Arzt beschäftigt sich mit der Automatisierung von Greiftechnologien. Die moderne Automatisierungstechnik, z.B. in Produktions- und Mikromontagelinien, steht heute vor der Herausforderung, extrem kleine Objekte zu bewegen und zu greifen, deren Abmessungen typischerweise kleiner sind als die Breite eines menschlichen Haares. Die bestehenden Greiftechnologien sind an ihre Grenzen gekommen. Die Industrie sucht dringend nach neuen Handhabungskonzepten, und voraussichtlich wird sich dieser Trend nach der COVID-19-Krise verstärken, wenn Automatisierung bei der Gewährleistung zuverlässiger Produktion noch bedeutender wird.

Dem Team um Eduard Arzt gelang es, mit neuartigen Materialien für die Oberflächenstrukturen das Greifen von Objekten bis unterhalb der Dicke von menschlichem Haar zu demonstrieren und erste Prototypen von Oberflächen mit schaltbaren Klebefunktionen für nachhaltige sensorische Greifer in der Mikromontage zu erstellen. Inspiriert wurde die neue Technologie von Geckos, sie ist sehr energiesparend und nachhaltig. Da die automatisierte Mikromontage bereits ein Multi-Milliarden-Euro-Markt mit einer starken Wachstumsrate ist, werden von der neuen Lösung große wirtschaftliche Auswirkungen erwartet, besonders in Europa, wo viele marktführende Automatisierungsunternehmen ihren Sitz haben.

Weitere Bespiele für geförderte marktreife Projekt sind z.B. die Erschließung des internationalen digitalen Musikmarktes durch die Erzeugung von Songwort-Metadaten für Playlistgeneratoren und die Erhöhung der Sicherheit von Lebendimpfstoffen gegen von Moskitos übertragene Viren.

Mariya Gabriel, EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend sagte: „Die Forschung kann revolutionär sein, wenn es darum geht, neues Wissen zu generieren, aber es kann schwierig sein, den Transfer dieses Wissens in Wirtschaft und Gesellschaft zu erleichtern. Die EU ist trägt zur Überbrückung dieser Kluft bei.“

Die neuen Grants wurden an Forscherinnen und Forscher aus elf Ländern vergeben: Deutschland, Frankreich und Vereinigtes Königreich jeweils 8, Niederlande 7, Spanien und Belgien jeweils 6, Italien 5, Israel, Schweiz und Schweden jeweils 2 Grants.

Über 1000 Forscher haben seit 2011 PoC-Fördermittel erhalten. Die Grants stehen Forschern offen, die bereits in der Vergangenheit vom Europäischen Forschungsrat gefördert wurden.

Proof-of-Concept-Grants in Höhe von jeweils 150.000 Euro sollen Forscherinnen und Forschern, die derzeit oder in jüngster Zeit ERC-geförderte Forschung betreiben, helfen, das kommerzielle oder gesellschaftliche Potenzial ihrer ERC-geförderten Arbeit zu erkunden. Die Grants können auf verschiedene Weise genutzt werden, z.B. zur Erkundung von Geschäftsmöglichkeiten, zur Vorbereitung von Patentanmeldungen oder zur Überprüfung der praktischen Umsetzbarkeit von wissenschaftlichen Konzepten.

Der Europäische Forschungsrat

Der 2007 von der Europäischen Union eingerichtete Europäische Forschungsrat ist die erste europäische Förderorganisation für exzellente Pionierforschung. Jedes Jahr wählt und finanziert er die besten und kreativsten Forscher jeder Nationalität und jeden Alters aus, um Projekte in Europa durchzuführen. Sie bietet vier Kernförderprogramme an: Starting, Consolidator, Advanced und Synergy Grants. Mit seinem zusätzlichen Proof-of-Concept-Förderprogramm hilft der ERC den Förderempfängern, die Lücke zwischen der bahnbrechenden Forschung und den frühen Phasen ihrer Vermarktung zu schließen.

Der ERC ist bestrebt, Spitzenforscher aus der ganzen Welt nach Europa zu holen. Die wichtigsten globalen Forschungsförderungseinrichtungen in den USA, China, Japan, Brasilien und anderen Ländern haben spezielle Vereinbarungen geschlossen, um ihren Forschern die Möglichkeit zu geben, sich vorübergehend den Teams der ERC-Geförderten anzuschließen.

Der ERC wird von einem unabhängigen Leitungsgremium, dem Wissenschaftlichen Rat, geleitet. Das Gesamtbudget des ERC für den Zeitraum 2014 bis 2020 beträgt mehr als 13 Mrd. Euro und ist Teil des Programms Horizont 2020 , für das die EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, Mariya Gabriel, verantwortlich ist.

Weitere Informationen:

ERC-Pressemitteilung: From lab to market: €8.25 million to exploit research results

Informationen zur Beantragung eines PoCs

Liste der 55 Empfänger

Pressekontakt ERC: Madeleine Drielsma, Tel.: +32 2 298 76 31, Eilish Brault, Tel.: +32 2 295 24 71

Pressekontakt bei der Vertretung der Europäischen Kommission: Gabriele Imhoff , Tel.: +49 (30) 2280-2820

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

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