Mehr als 75 Prozent der Binnenschifffahrt in der EU überquert nationale Grenzen, so dass eine Koordinierung erforderlich ist, um die Kapazität zu erhöhen, den Sektor zukunftsfähig zu machen und ihm zu helfen, eine größere Rolle im EU-Binnenmarkt zu spielen.

Dafür seien Investitionen in die Infrastruktur entscheidend: „Wir brauchen schiffbare Flüsse, aber auch die richtigen Verbindungen zwischen Binnenhäfen und Eisenbahnnetz, multimodale Frachtterminals. Wir müssen auch die Digitalisierung in diesem Sektor vorantreiben: die grenzüberschreitende Nutzung elektronischer Dokumente, die gemeinsame Nutzung von Informationen entlang der Logistikketten und zwischen den Verkehrsträgern, die Sichtbarmachung des Kohlenstoff-Fußabdrucks verschiedener logistischer Optionen für die Unternehmen“, sagte Vălean.

Finanzmittel dafür werde es im nächsten Aktionsprogramm für den Sektor Naiades III (2021-2027) geben, das etwa im März-April nächsten Jahres vorgelegt werden soll.

Die EU-Kommissarin verwies in ihrer Rede auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Binnenschifffahrt „Die Binnenschifffahrt ist nicht verschont geblieben. Der durch die Pandemie verursachte Umsatzverlust wird für den Sektor auf 2,2 bis 4,4 Mrd. Euro geschätzt. Dies ist auf einen Rückgang des Personenverkehrs um 90 Prozent und des Güterverkehrs um 25-30 Prozent in der ersten Jahreshälfte zurückzuführen.“

Die EU-Kommissarin unterstrich die Bedeutung des Wiederaufbaufonds „Next Generation EU“ und begrüßte, dass einige Mitgliedstaaten bei der der Aufstellung ihrer Pläne die Unterstützung von Investitionen in die Binnenschifffahrt erwägen. Sie ermutigte andere, die den Nutzen eines Binnenwasserstraßensystems haben, eine ähnliche Unterstützung in Betracht zu ziehen. Dies liege nicht nur in ihrem wirtschaftlichen, sondern auch in ihrem ökologischen Interesse.

Weitere Informationen

Website zu Binnenschifffahrt der EU-Kommission

Website zur Konferenz der deutschen Ratspräsidentschaft

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