Die weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation – FGM) bezeichnet die teilweise oder vollständige Entfernung der äußeren weiblichen Genitalien oder andere Verletzungen der weiblichen Geschlechtsorgane ohne medizinische Gründe. Die Verstümmelung erfolgt in der Regel ohne Betäubung mit unhygienischen Hilfsmitteln wie Rasierklingen oder Messern.

Obwohl FGM weltweit als Menschenrechtsverletzung anerkannt ist, sind bis 2030 rund 68 Millionen Mädchen der Gefahr ausgesetzt, beschnitten zu werden. Die Mädchen sind meist unter 15 Jahre alt.

In welchen Ländern kommt die Genitalverstümmelung vor?

Genitalverstümmelung wird in rund 30 Ländern Afrikas und des Nahen Ostens sowie in einigen Ländern Asiens und Lateinamerikas praktiziert. Aufgrund von Migration ist FGM auch in der EU präsent.

FGM kann in allen EU-Mitgliedstaaten strafrechtlich verfolgt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es in einigen Mitgliedstaaten auch möglich, eine im Ausland erfolgte Genitalverstümmelung zu verfolgen. Dennoch leben rund 600.000 beschnittene Frauen in der Europäischen Union und weitere 180.000 Mädchen (in 13 europäischen Ländern) sind dem Risiko ausgesetzt, Opfer von FGM zu werden.

Warum wird FGM durchgeführt?

Die Begründungen für FGM sind vielschichtig und komplex. Praktizierende Gemeinschaften berufen sich auf soziale Normen und Traditionen sowie ästhetische Vorstellungen von Schönheit und Reinheit. Der gesellschaftliche Druck spielt eine wichtige Rolle. Oft werden zudem religiöse Argumente genutzt. Allerdings wurde der Ritus bereits vor der Entstehung des Christentums oder des Islams gepflegt.

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