Der Brexit-Koordinator des Europäischen Parlaments Guy Verhofstadt (Renew Europe, Belgien) tätigte diese Äußerung bei einer Facebook Live-Fragerunde am 22. Oktober in Straßburg. Die EU und die britische Regierung haben in den vergangenen Wochen ein Abkommen ausgehandelt. Dieses muss vom Europäischen Parlament gebilligt werden, um in Kraft treten zu können.

Verhofstadt betonte, dass der mit der Regierung Boris Johnsons vereinbarte Deal im Einklang mit den Prinzipien und Werten der EU stehe: „Er schützt den Binnenmarkt und vermeidet eine Grenze auf der irischen Insel, da die Kontrollen außerhalb der Insel erfolgen und die meisten EU-Vorschriften in Nordirland weiterhin gelten sollen. Das ist sehr wichtig, da wir keine Lösung für Irland wollen, die eine Grenze schafft. Wenn man eine Grenze auf der Insel errichten würde, gäbe es eine Rückkehr der Gewalt, die wir in der Vergangenheit erlebt haben.“

Vor der Abstimmung im Parlament muss das Abkommen jedoch vom Vereinigten Königreich gebilligt werden. Dazu sagte Verhofstadt: „Wir benötigen die Zustimmung des britischen Parlaments. Danach geht das Abkommen zurück an das Europäische Parlament. Das Parlament wird dann das Abkommen prüfen und seine Zustimmung erteilen.“

Da mehrere Millionen Unionsbürger im Vereinigten Königreich leben, sei es von entscheidender Bedeutung, dass ihre Rechte garantiert würden, so Verhofstadt. Er fügte hinzu, dass dennoch weiterhin eine Reihe von Problemen bestünden. So leistete das Vereinigte Königreich zum Beispiel nicht genügend Unterstützung, um den EU-Bürgern zu helfen, die erforderlichen Formalitäten zu erledigen. „Viele Leute fragen nicht nach, da sie nichts über diese Verfahren wissen und sie könnten dann ausgewiesen werden.“

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