Die Finalisten für den Sacharow-Preis für geistige Freiheit 2020 sind:

  • Die demokratische Opposition in Belarus, vertreten durch den Koordinierungsrat, die Initiative mutiger Frauen und Persönlichkeiten aus Politik und Zivilgesellschaft
  • Umweltaktivisten aus Guapinol und Berta Cáceres (Honduras)
  • Monsignore Najeeb Michaeel, Erzbischof von Mosul

Die Finalisten wurden am 12. Oktober in einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für auswärtige Angelegenheiten und Entwicklung ausgewählt.

Die demokratische Opposition in Belarus wird durch den Koordinierungsrat, die Initiative mutiger Frauen (Hauptoppositionskandidatin Sviatlana Tsikhanouskaya, Nobelpreisträgerin Svetlana Alexievich, Musikerin und politische Aktivistin Maryia Kalesnikava, politische Aktivistinnen Volha Kavalkova und Veranika Tsapkala) und Persönlichkeiten aus Politik und Zivilgesellschaft (Videoblogger und politischer Gefangener Siarhei Tsikhanouski, Ales Bialiatski, Gründer des Menschenrechtszentrums “Viasna”, Siarhei Dyleuski, Stsiapan Putsila, Gründer des Telegram-Kanals NEXTA, und Mikola Statkevich, politischer Gefangener und Präsidentschaftskandidat 2010) vertreten.

In einer im September 2020 angenommenen Entschließung verurteilte das Europäische Parlament das Vorgehen der Staatsorgane von Belarus, die friedlichen Protestveranstaltungen gewaltsam zu unterdrücken.

Porfirio Sorto Cedillo, José Avelino Cedillo, Orbin Naún Hernández, Kevin Alejandro Romero, Arnold Javier Aleman, Ever Alexander Cedillo, Daniel Marquez und Jeremías Martínez Díaz sind Mitglieder des Kommunalausschusses zur Verteidigung von Gemeingütern und öffentlichen Gütern in Tocoa in Honduras. Sie befinden sich in Untersuchungshaft im Zusammenhang mit ihrer Teilnahme an einem friedlichen Protestcamp gegen ein Bergunternehmen, dessen Aktivitäten die Flüsse Guapinol und San Pedro verseucht hatten. Während andere Häftlinge freigelassen wurden, befinden sich die Guapinol-Aktivisten immer noch in Haft und die Staatsanwaltschaft hat keine stichhaltigen Beweise vorgelegt, die dies rechtfertigen würden.

Berta Cáceres wurde im März 2016 ermordet. Sie war eine Landrechtsaktivistin der indigenen Lenca-Gemeinschaft in Honduras und Mitbegründerin des Rates der indigenen Völker von Honduras (COPINH). Über mehr als zwei Jahrzehnte kämpfte sie gegen Landraub, illegale Abholzung und Megaprojekte.

Als der Islamische Staat im August 2014 in Mosul eintraf, sorgte Monsignore Najeeb Michaeel, Erzbischof von Mossul, für die Evakuierung von Christen, Syrern und Chaldäern nach Irakisch-Kurdistan und rettete über 800 historische Manuskripte aus dem 13. bis 19. Jahrhundert. Die Manuskripte wurden später digitalisiert und in Frankreich und Italien ausgestellt.

2019 wurde der Sacharow-Preis an den uigurischen Ökonomen Ilham Tohti verliehen.

Nächste Schritte

Die Konferenz der Präsidenten, bestehend aus dem Parlamentspräsidenten und den Fraktionsvorsitzenden, wird am 22. Oktober den Preisträger auswählen. Die Preisverleihung findet am 16. Dezember im Europäischen Parlament statt.

Hintergrund

Der nach dem russischen Physiker und politischen Dissidenten Andrej Dmitrijewitsch Sacharow benannte Sacharow-Preis für geistige Freiheit wird seit 1988 jedes Jahr vom Europäischen Parlament vergeben. Mit dem Menschenrechtspreis werden Persönlichkeiten und Organisationen geehrt, die sich um die Verteidigung von Menschenrechten und Grundfreiheiten verdient machen.

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