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Hormontherapie hat einen größeren Einfluss auf die Lebensqualität von Frauen als Chemotherapie Studie vom Institut Gustave Roussy

09.10.2019 – 17:23

Institut Gustave Roussy

Paris

Eine Analyse der CANTO-Kohorte, die heute in der Zeitschrift Annals of Oncology veröffentlicht wurde, stellt gängige Meinungen über die Auswirkungen in Frage, die Hormontherapie und Chemotherapie auf die Lebensqualität von Frauen mit Brustkrebs haben können. Im Gegensatz zur landläufigen Auffassung habe die Hormontherapie – eine äußerst wirksame Behandlung gegen Brustkrebs – einen längeren und nachteiligeren Einfluss auf die Lebensqualität insbesondere postmenopausaler Frauen, da die negativen Auswirkungen der Chemotherapie kurzlebiger seien. In einer Zeit, in der internationale Empfehlungen eine fünf- bis zehnjährige Hormontherapie verordnen, ist es wichtig, Frauen, die schwere Symptome im Zusammenhang mit Antihormontherapien entwickeln, eine Betreuung anzubieten und diejenigen zu ermitteln, die von einer Therapie-Deeskalation profitieren könnten.

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Die Arbeiten wurden von der Brustkrebs-Spezialistin Dr. Inès Vaz-Luis geleitet, die am Institut Gustave Roussy im Rahmen des Labors „Identifizierung neuer therapeutischer Ziele in der Krebsforschung“ (Inserm/Université Paris-Sud/Gustave Roussy) forscht.

„Die Analyse der CANTO-Kohorte zeigt erstmals, dass Antihormontherapien keinen geringeren Einfluss auf die Lebensqualität von Frauen haben als Chemotherapie. Im Gegenteil: Die bei der Diagnose erkennbare Verschlechterung der Lebensqualität dauert noch zwei Jahre später an, während die Auswirkungen der Chemotherapie kurzlebiger sind“, erklärt Dr. Vaz-Luis.

In der Studie haben die Forscher die Lebensqualität von 4.262 Patientinnen mit lokalisiertem Brustkrebs (Stadien I bis III) zum Zeitpunkt der Diagnose, nach einem Jahr und nach zwei Jahren gemessen. Die Behandlung dieser Patientinnen bestand aus einer Operation und bei einigen unter ihnen aus einer Chemotherapie und/oder Strahlentherapie. Etwa 70 % von ihnen haben dann mindestens fünf Jahre lang eine Hormontherapie durchgeführt. Das Forschungsteam verwendete ein Instrument zur Beurteilung der allgemeinen Lebensqualität von Patienten mit allen Krebsarten (EORTC QLQ-C30) in Kombination mit einem spezifischeren Instrument zur Messung der Lebensqualität bei Brustkrebs (QLQ-BR23).

Bei der gesamten Studienpopulation lässt sich zwei Jahre nach der Diagnose eine allgemeine Verschlechterung der Lebensqualität beobachten. Diese Verschlechterung wird bei Patientinnen, die eine Hormontherapie erhalten haben, noch deutlicher – besonders nach der Menopause. Andererseits hat die Chemotherapie größeren Einfluss auf die Lebensqualität prämenopausaler Frauen, insbesondere im Hinblick auf die Verschlechterung der kognitiven Funktionen.

https://doi.org/10.1093/annonc/mdz298

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Institut Gustave Roussy

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