Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA hat am 3. Juni 2021 ihr Risiko-Dashboard (FuE) für das erste Quartal des Jahres 2021 veröffentlicht, deren Einschätzungen die BaFin teilt. Allgemein schätzt die ESMA die Risiken für die meisten Segmente der EU-Finanzmärkte mindestens so hoch ein wie vor dem Beginn der COVID-19-Pandemie. Das Hauptrisiko für die Märkte sei nach wie vor die Entkopplung der Wertpapierpreise von den wirtschaftlichen Fundamentaldaten. Außerdem seien die Märkte nach wie vor sehr volatil, was nicht zuletzt die Marktausschläge rund um den Fall Gamestop und die Diskussion über die nationalen Impfkampagnen gezeigt hätten. Auch geht die ESMA davon aus, dass die Kreditrisiken aufgrund steigender Unternehmens- und Staatsverschuldung weiter zunehmen werden.

Für die nähere Zukunft erwartet die ESMA eine längere Risikophase für institutionelle und Kleinanleger und weitere, zum Teil signifikante Preiskorrekturen in verschiedenen Marktsegmenten. Dies sei auf mögliche Überbewertungen von Preisen bzw. Unterbewertungen von Risiken zurückzuführen. Wie stark mögliche Verluste ausfallen, hängt nach Ansicht der ESMA auch von der geld- und finanzpolitischen Unterstützung durch Staaten und Notenbanken ab, aber auch vom Tempo der wirtschaftlichen Erholung nach Ende der Pandemie.

Die Einschätzungen der ESMA werden unter Beteiligung der BaFin evaluiert. In der nächsten Ausgabe des Risk Dashboard soll auch das Risiko möglicher Inflationserwartungen und damit verbundener Zinsveränderungen analysiert werden.

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