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Deutsche Börse erzielte im Geschäftsjahr 2019 wie geplant 10 Prozent Ergebniswachstum

Die Deutsche Börse AG hat am Montag ihre vorläufigen Geschäftszahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2019 veröffentlicht. Im Gesamtjahr 2019 erzielte die Gruppe Nettoerlöse in Höhe von 2.936,0 Mio. €, was einem Anstieg von 6 Prozent entspricht. Dabei entfielen rund 5 Prozent auf strukturell bedingtes Nettoerlöswachstum und rund 1 Prozent auf Konsolidierungseffekte. Die zyklischen Rahmenbedingungen stellten sich 2019 insgesamt weitgehend neutral dar. Die bereinigten operativen Kosten lagen mit 1.129,5 Mio. €, unter Anpassung der Vorjahreswerte um IFRS 16, um 8 Prozent über dem Vorjahr. Der Anstieg resultierte maßgeblich aus höheren Investitionen, v.a. in Wachstumsinitiativen, sowie Konsolidierungseffekten. Ohne Konsolidierungseffekte sind die bereinigten operativen Kosten um 5 Prozent gestiegen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung (EBITDA) lag bei 1.813,2 Mio. €. Der bereinigte; den Anteilseignern der Deutschen Börse zuzurechnende Periodenüberschuss (im Folgenden „Konzern-Periodenüberschuss“) stieg wie geplant um 10 Prozent auf 1.105,6 Mio. €. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie, bereinigt um Sondereffekte, stieg um 11 Prozent auf 6,03 €.

Für das Geschäftsjahr 2019 schlägt der Vorstand der Deutsche Börse AG einen Anstieg der Dividende um 7 Prozent auf 2,90 € je Aktie vor (2018: 2,70 € je Aktie). Der Vorschlag entspricht einer Ausschüttungsquote von 48 Prozent des bereinigten Konzern-Periodenüberschusses und liegt damit im Rahmen der Ausschüttungspolitik der Gruppe. Die Dividende bedarf noch der formellen Zustimmung des Aufsichtsrats der Deutsche Börse AG, der bereits seine Unterstützung ausgedrückt hat, und der Aktionäre der Deutsche Börse AG bei der Hauptversammlung am 19. Mai 2020.

Für das laufende Geschäftsjahr 2020 plant das Unternehmen im Rahmen der Umsetzung der Wachstumsstrategie „Roadmap 2020“ einen weiteren Anstieg der Nettoerlöse aus strukturellen Wachstumschancen von mindestens 5 Prozent. Beim bereinigten Konzern-Periodenüberschuss im Jahr 2020 erwartet das Unternehmen ein Wachstum auf rund 1,20 Mrd. €.

Gregor Pottmeyer, Finanzvorstand der Deutsche Börse AG, sagte: „Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir unsere Ziele von 5 Prozent strukturell bedingtem Nettoerlöswachstum und dem Anstieg des bereinigten Konzern-Periodenüberschusses um 10 Prozent wie geplant erreicht. Mit einer Erhöhung der Dividende um 7 Prozent auf 2,90 € beteiligen wir unsere Aktionäre an diesem Erfolg.“

Dr. Theodor Weimer, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Börse AG, sagte: „Nach einem starken Vorjahr konnten wir 2019 weiteres sehr solides Wachstum erzielen. Darüber hinaus hat der Fokus auf externes Wachstum im Jahr 2019 mit den Akquisitionen von Axioma und UBS Fondcenter sehr gute Früchte getragen. Im laufenden Geschäftsjahr führen wir unsere Strategie konsequent fort und rechnen mit einem Wachstum des bereinigten Konzern-Periodenüberschusses auf rund 1,20 Mrd. €.“

Vorläufiges Ergebnis Q4/2019

Im vierten Quartal 2019 lagen die Nettoerlöse der Gruppe bei 756,6 Mio. € (Q4/2018: 740,4 Mio. €), was einem Anstieg von 2 Prozent entspricht. Dabei wurden strukturell bedingtes Nettoerlöswachstum (+4 Prozent) und Konsolidierungseffekte (+3 Prozent) von einer im Vorjahresvergleich schwächeren zyklischen Entwicklung (–5 Prozent) teilweise kompensiert. Zum strukturellen Wachstum haben maßgeblich die Segmente Eurex (Finanzderivate) und IFS (Investment Fund Services) beigetragen. Im Bereich Eurex trieben neben dem OTC-Clearing vor allem neue Produkte und Preismodelle das strukturelle Wachstum der Nettoerlöse. Im Bereich IFS konnte unter anderem durch die Gewinnung neuer Kunden die Aktivität deutlich gesteigert werden. Darüber hinaus trugen auch die Segmente EEX (Commodities), Qontigo (Index- und Analytikgeschäft) und 360T (Devisenhandel) zu dem strukturellen Wachstum bei. Der konsolidierungsbedingte Anstieg der Nettoerlöse resultierte hauptsächlich aus der Akquisition von Axioma im dritten Quartal 2019. Bei dem Rückgang der zyklisch bedingten Nettoerlöse hat sich maßgeblich die im Vorjahresvergleich niedrigere Aktienmarktvolatilität dämpfend auf den Umsatz mit Finanzderivaten im Segment Eurex ausgewirkt. 

Durch die Umklassifizierung von Aufwendungen infolge der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 in 2019 ergaben sich Auswirkungen auf den Ausweis der operativen Kosten und des EBITDA sowie der Abschreibungen und des Finanzergebnisses. 

Die bereinigten operativen Kosten stiegen gegenüber dem Vorjahresquartal um 9 Prozent auf 347,4 Mio. € (Q4/2018: 318,5 Mio. €). Höhere Investitionen, v.a. in Wachstumsinitiativen, sowie Konsolidierungseffekte haben dabei den Umstellungseffekt auf IFRS 16 überkompensiert und zur Steigerung der Kosten beigetragen. Bereinigt wurden die operativen Kosten um Sondereffekte in Höhe von 32,8 Mio. € (Q4/2018: 140,4 Mio. €). Diese enthalten im Wesentlichen Kosten für Unternehmensübernahmen, sowie für Maßnahmen zur Senkung der strukturellen Kosten, die im Rahmen der „Roadmap 2020“ initiiert wurden.

Das bereinigte EBITDA der Gruppe Deutsche Börse sank auf dieser Basis um 2 Prozent auf 410,5 Mio. € (Q4/2018: 419,9 Mio. €). Die Position Abschreibung und Wertminderungsaufwand (bereinigt) belief sich auf 61,7 Mio. € (Q4/2018: 63,2 Mio. €).

Das Finanzergebnis der Gruppe belief sich auf –8,4 Mio. € (Q4/2018: –28,4 Mio. €). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr resultiert maßgeblich aus niedrigeren Rückstellungen für Zinsen auf mögliche Steuernachzahlungen. Die bereinigte Steuerquote lag wie erwartet bei 26 Prozent (Q4/2018: 27 Prozent).

Der den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnende bereinigte Periodenüberschuss lag mit 242,4 Mio. Euro um 5 Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals (Q4/2018: 230,5 Mio. €). Das unverwässerte Ergebnis je Aktie, bereinigt um Sondereffekte, stieg um 6 Prozent auf 1,32 €.

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