Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Art Collection Deutsche Börse zeigt das Foam Fotografiemuseum Amsterdam mit „Changing Views – 20 Years of Art Collection Deutsche Börse“ ein umfangreiches Spektrum an Werken aus der bedeutenden Sammlung zeitgenössischer Fotografie. Die Art Collection Deutsche Börse umfasst mittlerweile rund 1.800 Werke von über 120 internationalen Künstlern, darunter Größen wie Diane Arbus, Walker Evans, Bernd & Hilla Becher, Rineke Dijkstra oder Dana Lixenberg, jüngere Fotografen wie Tobias Zielony und Mike Brodie und Entdeckungen wie Gerd Danigel oder Gabriele und Helmut Nothhelfer. 

Im Ausstellungszeitraum werden insgesamt über 150 Werke der Sammlung in vier aufeinanderfolgenden Kapiteln gezeigt. Dies ermöglicht einen vielfältigen Einblick in verschiedene Themenbereiche und Positionen der Art Collection. Die vier Kapitel in Folge sind: „Germany“ (3.–19. Mai), „Icons“ (21. Mai – 9. Juni), „Traces of Disorder“ (11.–23. Juni) und „Youth Culture“ (25. Juni – 7. Juli).

2019 feiert die Deutsche Börse Photography Foundation das 20-jährige Jubiläum der Art Collection Deutsche Börse mit einem vielfältigen Programm an Ausstellungen und Veranstaltungen. Unter dem Motto „From another perspective“ hat die Stiftung Experten dazu eingeladen, ihre jeweilige Sicht auf die Sammlung zu teilen. Zu diesem besonderen Anlass wechseln die bedeutenden Werke aus ihrer gewohnten Umgebung bei der Gruppe Deutsche Börse in die Museumsräume von Foam. Die ausgewählten Arbeiten geben einen abwechslungs- und facettenreichen Einblick in die wichtigsten künstlerischen Positionen innerhalb der Art Collection Deutsche Börse. Die Sammlung widmet sich den zentralen Themen der zeitgenössischen Fotografie ab der Mitte des 20. Jahrhunderts. Der Bogen an Sujets spannt sich von Landschaftsaufnahmen und Porträts über Stillleben und Interieurs bis hin zur Street Photography. Anne-Marie Beckmann, Direktorin der Deutsche Börse Photography Foundation, hat die Sammlung seit Beginn als Kuratorin aufgebaut. 

Die Ausstellung

Den Auftakt bildet das Kapitel „Germany“. Unter anderem würdigt die Sammlung Werke deutscher Fotografen und die Darstellung Deutschlands. Dabei sind bekannte Größen der sogenannten „Düsseldorfer Becher-Schule“ ebenso vertreten wie bisher weniger bekannte Fotografen der ehemaligen DDR. Thomas Ruff, Thomas Struth, Candida Höfer und Jörg Sasse, sie alle gehören zu den ersten Studenten, die von Bernd Becher an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf unterrichtet wurden. Das Künstlerehepaar Bernd und Hilla Becher erlangte seine Bekanntheit durch Fotografien, die Wassertürme, Schachtanlagen und Fabriken in der deutschen Industrielandschaft so neutral wie möglich wiedergaben, immer vom selben Standpunkt aus, immer mit demselben Licht. Das Schaffen der Becher-Studenten ist von größerer Bandbreite, doch was alle verbindet, ist ihre erkundende, objektive und konzentrierte Arbeitsweise. Ihre Bilder haben oftmals eine sehr eigenständige Ästhetik, die durch das Großformat besonders zur Geltung kommt. Dieses Kapitel wendet sich darüber hinaus auch international weniger bekannten Künstlern wie Gerd Danigel, Gabriele und Helmut Nothhelfer und Helga Paris zu. 

Menschen sowie das Ausloten der Bedingungen ihres Daseins und ihre Verortung in der Welt sind zentrales Thema der Art Collection Deutsche Börse. Das zweite Kapitel „Icons“ zeigt das Schaffen von Größen der Fotografiegeschichte. Ikonen aus verschiedenen Zeiten und mit verschiedenen kulturellen Hintergründen, die mit ihren Werkgruppen zur Entstehung bildhafter gemeinsamer Identitäten in unseren Gesellschaften beigetragen haben. So wirken Fotografien, wie von Diane Arbus, Philip-Lorca diCorcia, Rineke Dijkstra, Walker Evans, David Goldblatt, Dana Lixenberg, Nicholas Nixon und Martin Parr als Spiegel, in denen wir uns selbst erkennen können.

Für das darauffolgende Kapitel, „Traces of Disorder“ wurden Fotografien ausgewählt, die sich mit den Spuren politischer Konflikte und gestörter oder sich wandelnder sozialer Ordnungen befassen. Es zeigt Arbeiten sowohl klassischer Fotojournalisten wie Philip Jones Griffiths und Anja Niedringhaus als auch von Fotografen wie Simon Norfolk und Julian Röder, die neue Wege in der kritischen Dokumentation beschreiten. Richard Mosses beeindruckende Arbeiten lenken auf ästhetisch ungewöhnliche Weise, wie z.B. die Verwendung von militärischem Filmmaterial, die Aufmerksamkeit auf die dringlichsten politischen Konflikte unserer Zeit.

Das vierte und letzte Kapitel namens „Youth Culture“ präsentiert Werkgruppen von Fotografen, die feinfühlig beobachten, wie die junge Generation lebt und denkt. Die Porträts von Joseph Szabo aus den Siebzigern und Achtzigern offenbaren die bisweilen auf Teenagern lastende Melancholie, aber auch deren unbändige Lebenslust. Eine der einflussreichsten Serien zu diesem Thema ist „The Prince Street Girls“ von Susan Meiselas, in der sie eine Gruppe von Mädchen auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden begleitet. Mike Brodie fotografierte seine Freunde, die als Eisenbahntramps auf Freiheitssuche eine ungewöhnliche Lebensform praktizierten. Tobias Zielonys Fotos zeigen Jugendliche im öffentlichen Raum. Ob die Fotos in Wales, Marseille oder Los Angeles entstanden sind, das Sujet blieb dasselbe: das Agieren auf der Straße und auf selbst erwählten „Bühnen“ wie Parkplätzen oder Tankstellen.

„Changing Views – 20 Years of Art Collection Deutsche Börse“ wurde von Foam und der Deutsche Börse Photography Foundation kuratiert.

Changing Views – 20 Years of Art Collection Deutsche Börse ist vom 3. Mai bis 7. Juli 2019 bei Foam, Keizersgracht 609, 1017 DS Amsterdam, Niederlande, zu sehen

Kapitel 1: Germany (3.–19. Mai)
Kapitel 2: Icons (21. Mai – 9. Juni)
Kapitel 3: Traces of Disorder (11.–23. Juni)
Kapitel 4: Youth Culture (25. Juni – 7. Juli)

Foam. Öffnungszeiten: täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr, Do./Fr. 10 Uhr bis 21 Uhr 
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.foam.org

Anmerkung für Redaktionen:

Ein Vorbesuch der Ausstellung ist am 2. Mai 2019 von 10 bis 12 Uhr möglich; wir bitten um Anmeldung unter pressoffice@foam.org.

Gerne versenden wir auf Anfrage Pressebilder zu „Changing Views – 20 Years of Art Collection Deutsche Börse“ in druckfähiger Qualität.

Pressekontakt:
Leticia Adam Tel. +49 69 211 1 27 66
leticia.adam@deutsche-boerse.com

Über die Deutsche Börse Photography Foundation

Die Deutsche Börse Photography Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Die Schwerpunkte der Stiftungsaktivitäten sind Sammeln, Ausstellen und Fördern von zeitgenössischer Fotografie. Im Jahr 1999 hat die Gruppe Deutsche Börse mit dem Aufbau ihrer Sammlung zeitgenössischer Fotografie begonnen. Der weitere Ausbau der Art Collection Deutsche Börse, die aktuell rund 1.800 Arbeiten von 126 internationalen Künstlern umfasst, gehört zu den zentralen Aufgaben der Stiftung. Die Sammlung und ein wechselndes Ausstellungsprogramm sind öffentlich zugänglich. Gemeinsam mit der Photographers’ Gallery in London vergibt die Foundation jährlich den renommierten Deutsche Börse Photography Foundation Prize. Die Förderung von jungen Künstlern ist der Stiftung ein besonderes Anliegen. Sie unterstützt diese in Form von Auszeichnungen, Stipendien, Ausstellungen und Kooperationen mit anderen Institutionen, wie dem Foam Talents Programm des Foam Fotografiemuseum Amsterdam. Weitere Schwerpunkte sind die Unterstützung von Ausstellungsprojekten internationaler Museen und Institutionen sowie der Ausbau von Plattformen für den wissenschaftlichen Austausch über das Medium. Mehr Informationen finden sie unter www.deutscheboersephotographyfoundation.org.