Wenn das hier nicht dein erster Artikel über ETFs und ihre Vorteile ist, dann stehen die Chancen überaus gut, dass du den Gesamtmix dieser Passivfonds inzwischen runterbeten kannst. Sie sind einfach, aufwandsarm und von Beginn an diversifiziert. Und auch günstig, was letztlich ebenfalls ausschlaggebend für viele Vermögensaufbauer sein dürfte.

Insbesondere an der günstigen Front scheinen sich derzeit allerdings weitere Entwicklungen zu ergeben, die die Passivfonds noch attraktiver werden lassen könnten. Lass uns daher im Folgenden einmal schauen, was Investoren hier wissen sollten und was insbesondere deutsche Anleger mit einer ausgeprägten Home Bias in den kommenden Monaten erwarten können.

Die Preisschlacht hat begonnen … und ist nicht zu Ende

Wie mehrere Medien aktuell berichten, existieren einige Anbieter, die weiter an der Preisschraube drehen wollen. So möchte beispielsweise Vanguard, der sowieso für seine günstigen Fondsprodukte bekannt ist, die Gebühren vieler Fonds noch einmal deutlich senken. Speziell innerhalb Deutschlands sollen künftig gängige Produkte für durchschnittlich 0,12 % angeboten werden, was selbst für ETF-Produkte, die sowieso günstig sind, eine Messlatte sind.

Allerdings ist Vanguard nicht der einzige Anbieter, der hier nachziehen will. So hat der französische Anbieter Aumundi nämlich ebenfalls erklärt, dass man die Preisschraube mächtig nach unten drehen möchte. Unter der Marke Aumundi Prime sollen demnach ETF für lediglich 0,05 % angeboten werden, was das Angebot von Vanguard noch einmal unterbieten könnte. Jedoch wohl eher auf ausgewählte Produkte Anwendung findet, zumal wir an dieser Stelle nicht vergessen sollten, dass die Durchschnittswerte von Vanguard ebenfalls günstigere Ausreißer nach unten besitzen könnten.

Langfristig scheinen Marktbeobachter sogar darauf zu spekulieren, dass gängige Passivfondsprodukte sogar zum Nulltarif, sprich mit 0,00 % an jährlichen Gebühren angeboten werden könnten. Möglicherweise als Lockangebote oder über einen bestimmten Zeitraum hinweg, um immer mehr Investoren von den eigenen Angeboten zu überzeugen.

Der Markt wird immer attraktiver

Wie wir daher unterm Strich sehen können, wird der ETF-Markt für Investoren konsequent attraktiver. Immer geringere Gebühren bedeuten schließlich, dass die Rendite, die gängige Produkte erzielen, ungebremst an die Investoren weitergegeben werden kann. Ohne dass Gebühren, auch wenn sie noch so mickrig sind, hier bremsen.

Nichtsdestoweniger sollten Investoren dennoch ein wenig vorsichtig sein. Einerseits natürlich, weil es auch in der ETF-Welt viele Angebote und Produkte gibt, die man sorgfältig begutachten sollte. Der Preis ist schließlich nicht das einzige Attraktivitätsmerkmal, das ein Passivfonds besitzt.

Andererseits könnten geringere Gebühren möglicherweise auch dazu führen, dass einige Investoren denken, die Komplexität und das Risiko von ETF-Produkten wird ebenfalls geringer. Dem ist allerdings nicht so. Zwar besitzen diese Produkte kaum Einzelrisiken, dafür besteht das Risiko einer marktbreiten Korrektur. Das sollten Investoren bedenken und sich nicht nur von den preiswerten Gebühren locken lassen.

Ein Schlaraffenland mit Aber!

Für passive Investoren könnte daher die Zeit des Schlaraffenlandes beginnen. Die Gebühren werden immer weniger und die Anbieter bekriegen sich förmlich mit immer preiswerteren Angeboten. Ein Marktumfeld wohlgemerkt, das einem als ETF-Investor durchaus gefallen kann.

Der einzige Kritikpunkt an dieser Stelle, und den möchte ich auch nicht zu hoch hängen, ist hierbei bloß, dass die niedrigen Gebühren möglicherweise die Hemmschwelle zum Investieren ebenfalls senken. Daher an dieser Stelle noch einmal der Hinweis, dass man sich gerade jetzt mit den langfristigen Chancen und Risiken der Passivfonds auseinandersetzen sollte, um an dieser Stelle keine falsche Erwartungshaltung zu bekommen.

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Author: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst