Keine Frage: Die Aktien von Lufthansa (WKN: 823212) und Wirecard (WKN: 747206) gehören nicht gerade zu den Gewinnern des neuen Börsenjahres. Ein Blick auf die Aktienkurse genügt, um zu erkennen, dass es hier große Schwierigkeiten gibt.

Beim DAX-Zahlungsdienstleister sind es Probleme rund um die Reputation und Ergebnisse einer Sonderprüfung. Bei der Fluggesellschaft hingegen der aktuelle Shutdown und die Reiserestriktionen, die das operative Geschäft zum Erliegen gebracht haben. So oder so ähnlich kann man die derzeitige Situation zusammenfassen.

Aber auf welche dieser Krisenaktien sollte man setzen, wenn man zwingend müsste. Eine spannende Frage. Hier kommt meine Antwort, nachdem wir noch einmal kurz resümieren, wie die derzeitige Ausgangslage ist.

Wirecard: Das Vertrauen ist weg!

Wirecard hat zum Beginn der letzten Woche seine Investoren schwer enttäuscht. Zunächst hat sich die Verkündung der Ergebnisse vom Montag auf den Dienstag verzögert. Wobei sich bereits angedeutet hat, dass es womöglich Komplikationen gibt.

Die Ergebnisse konnten das jedenfalls auch nicht herumreißen: Die Prüfer, namentlich die KPMG, haben dem DAX-Konzern nämlich keine Absolution erteilt. Ganz im Gegenteil. Insbesondere im Drittpartnergeschäft spricht das Prüfwerk von einem Prüfgeheimnis. Der Verlauf der Prüfung ist wiederum ein Zeugnis von mangelnder Kooperation und fehlenden Unterlagen. Das hat Investoren in hohem Maße verunsichert. Zumal Transparenz eigentlich das Gebot der Stunde ist. Und das Management stets bekräftigt hat, dass das Prüfwerk die Vorwürfe der „Financial Times“ entkräften wird.

Durch den mangelhaften Bericht hat sich Wirecard somit ein klassisches Eigentor geschossen. Und mehr Unsicherheit gesät, mit der Investoren zu kämpfen haben. Wie es weitergeht und wie das Vertrauen wiederhergestellt werden kann, ist jetzt die große Frage. Noch einen Sonderbericht dürfte es jedenfalls nicht geben.

Immerhin, das Geschäftsmodell als Zahlungsdienstleister ist noch intakt. Und Wachstum scheinbar vorprogrammiert, wie die vielen Kooperationen und Partnerschaften zeigen. Doch was ist das wert, wenn das Vertrauen in das Management dahin ist? Eine Frage, die sich viele Investoren derzeit stellen. Zu denen ich übrigens auch gehöre. Mit eben gigantischen Fragezeichen und Unsicherheiten.

Lufthansa: Ist das Geschäftsmodell nachhaltig zerstört?

Mit ganz anderen Problemen hat gegenwärtig die Lufthansa zu kämpfen. Hier ist es das Coronavirus, das Auswirkungen auf den operativen Alltag hat. Wobei man eigentlich kaum noch von einem Alltag sprechen kann. Das Virus führt schließlich dazu, dass die meisten Linien unterbrochen sind. Faktisch ist das Geschäft in der gesamten Branche jetzt zum Erliegen gekommen.

Das wiederum führt zu finanziellen Problemen. Die Lufthansa hat sich damit rasend schnell von einer eigentlich günstig bewerteten Aktie zu einer möglichen Pleite-Airline entwickelt. Staatshilfen müssen her. Vielleicht wird es auch auf eine Staatsbeteiligung in Milliardenhöhe hinauslaufen. Fest steht jedenfalls: Es braucht Milliarden, damit die Kranich-Airline überhaupt noch eine Zukunft hat.

Dieses Rettungspaket wird entweder zu einer starken Verwässerung führen oder dazu, dass der Kranich-Konzern auf absehbare Zeit hohe Kredite tilgen muss. Die operative Zukunft ist daher stark vernebelt. Positive Ergebnisse in weiter Ferne. Ein Mix, der alles andere als attraktiv ist.

Als wäre das noch nicht genug, schwebt über alldem die Frage, ob sich die Lufthansa überhaupt wird erholen können. Durch das Coronavirus wird die Welt jedenfalls digitaler und die Dienstreise könnte künftig durch Videokonferenzen ersetzt werden. Nach dieser schwierigen Phase wird es vielleicht eine Neuausrichtung in der gesamten Flugbranche geben müssen. Oder eben Einschränkungen in einer Post-Corona-Ära.

Wenn ich mich entscheiden müsste …

… fiele mir die Wahl tatsächlich sehr schwer. Wenn ich die Pistole auf der Brust hätte, so würde ich vermutlich zu Wirecard tendieren. Warum? Aus einem einfachen Grund: Immerhin ist hier das Geschäftsmodell grundlegend intakt und ein Wachstumsmarkt gegeben. Selbst wenn das Vertrauen jetzt weg ist, so könnte sich der DAX-Zahlungsdienstleister hiervon über Jahre und Jahrzehnte hinweg, vielleicht auch mit einem neuen Management, erholen.

Die Lufthansa hingegen steht in meinen Augen langfristig vor existenziellen Problemen. Kurzfristig ist es Liquidität, mittelfristig ein sich verändernder Markt. Das könnte ein wirklich toxischer Mix sein, der selbst langfristig kaum Renditen wahrscheinlich werden lässt.

Allerdings würde ich gegenwärtig auf keine dieser Aktien setzen. Denn selbst im DAX gibt es andere, attraktivere und weniger krisenbehaftete Alternativen. Sowie in den internationalen Gefilden Peers und andere Aktien, die ebenfalls bessere Aussichten besitzen.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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Author: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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