Die Performance der Aktie von thyssenkrupp (WKN: 750000) ist weiterhin sehr durchwachsen: Wenn wir das Börsenjahr 2020 betrachten, so beläuft sich das Minus noch immer auf einen hohen zweistelligen Prozentbereich. Startete die Aktie schließlich noch auf einem Kursniveau von über 12 Euro ins neue Jahr, so notiert die Aktie jetzt bei 4,55 Euro (15.10.2020, maßgeblich für alle Kurse). Das heißt, das Minus liegt seit Jahresanfang bei über 60 %.

Die Gründe sind vielfältig: In den letzten Jahren prägte ein Konzernumbau den angeschlagenen ehemaligen DAX-Industriekonzern. COVID-19-bedingt gibt es auch andere zyklische Risiken für thyssenkrupp. An Belastungsfaktoren mangelte es in den letzten Jahren mit Sicherheit nicht.

Im späten Donnerstagshandel konnte sich die Aktie allerdings dem Markttrend entziehen und ein signifikantes Kursplus zeigen. Schauen wir im Folgenden daher einmal, ob es sich dabei um eine Trendwende handeln könnte. Oder aber um ein letztes Aufflammen, bei dem Foolishe Investoren eher Vorsicht walten lassen sollten.

Stahlgeschäft vor dem Verkauf?

Wie jetzt einige Medien berichten, könnte das Management von thyssenkrupp weitere Fortschritte beim Konzernumbau machen. Demnach könnte das Stahlgeschäft jetzt vor einem Verkauf stehen. Der Spiegel hat am Donnerstag mit einigen sehr präzisen Details getitelt und die Gerüchteküche entsprechend zum Brodeln gebracht.

So wolle der britische Stahlkonzern Liberty Steel ein Angebot für die Stahl-Sparte abgeben, wie der Spiegel berichtet. Bereits im Vorfeld galt dieses Segment von thyssenkrupp als weiterer Umbaufaktor, für den eine Lösung gefunden werden muss. Ein Verkauf ist dabei eine diskutierte Option gewesen. Aber auch ein Zusammenschluss mit einem Wettbewerber galt als Option. Konzernchefin Martina Merz hat sich dabei in alle Richtung umgesehen und keinerlei Möglichkeit ausgeschlossen, wie sie selbst betonte.

Jetzt könnte jedenfalls ein weiteres Kapitel abgeschlossen werden. Ob das jedoch eine gute oder eine schlechte Nachricht ist? Auch hierüber sollten Foolishe Investoren jetzt möglicherweise besonders intensiv nachdenken. Für mich gibt es jedenfalls zumindest ein sehr großes Fragezeichen, auf das eine Antwort gefunden werden muss.

Thyssenkrupp: Wie geht es weiter?

Mit einem möglichen Verkauf könnte thyssenkrupp diese Baustelle kurzfristig beheben. Allerdings wäre ein Komplettverkauf der Stahlsparte nicht das einzige Segment, das zuletzt aus dem Konzern herausgelöst und verkauft worden ist. Zuvor hat es schließlich bereits die Aufzugsparte getroffen, die als Filetstück gehandelt worden ist und eine wichtige finanzielle Komponente des Konzernumbaus sein sollte. Mit dem Verkauf eines weiteren Bereichs könnte immer mehr Substanz aus dem Konzern weichen.

Foolishe Investoren sollten sich daher jetzt besser fragen: Was ist die verbleibende Substanz, die thyssenkrupp noch besitzen wird, sobald der Konzernumbau abgeschlossen ist? Gibt es noch attraktive Segmente und Geschäftsbereiche. Oder idealerweise Investitionsmöglichkeiten, um die Lücken zu schließen?

Thyssenkrupp wird dabei jedoch nicht nur Lücken füllen, sondern auch auf die Qualität achten müssen. Es gilt schließlich jetzt im Rahmen dieses Konzernumbaus die Weichen für eine bessere Zukunft zu stellen. Und, natürlich, auch wieder eine profitablere. Durch einen weiteren Verkauf werden zwar weitere Mittel freigesetzt. Allerdings wird es über kurz oder lang auch Investitionsmöglichkeiten geben müssen.

Es wird nicht einfacher bei thyssenkrupp

Wenn du mich fragst, wird es bei der Aktie von thyssenkrupp daher nicht einfacher. Ein Verkauf der Stahlsparte löst zwar ein kurzfristiges Problem in einem kriselnden Bereich. Trotzdem bleibt die Frage nach der Zukunft bestehen. Ehe hierauf keine Antwort gefunden ist, sollten Foolishe Investoren aus unternehmensorientierten Gründen besser überlegen, ob die Aktie wirklich interessant ist. Oder vielleicht doch zumindest einen gemischten Ausblick besitzt.

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Author: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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