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Plastik: Neue Schwemme im Anmarsch – hier droht Ärger für BASF, Covestro und thyssenkrupp

Plastik wird zwar in der aktuellen Klima- und Umweltdebatte verteufelt, aber ohne das vielseitige Material scheint es auch nicht zu gehen. Auch wenn vielfach gefordert wird, Produktion und Verbrauch zu reduzieren, planen einige Öl- und Gaskonzerne einen massiven Ausbau der Kapazitäten. Das hat seine Gründe und ist vielleicht gar nicht so schlecht, wie es sich auf den ersten Moment anhört – aber für Covestro (WKN: 606214) und BASF (WKN: BASF11), genauso wie vielleicht für thyssenkrupp (WKN: 750000), könnte das zum Problem werden.

Darum kommt eine Plastikschwemme auf uns zu

Die immer neuen Plastikteppiche, die auf dem offenen Meer herumschwappen und an den Küsten angeschwemmt werden, sind ein ärgerliches Thema, aber darum geht es hier nur am Rande. Auf dem Markt für Plastikvorprodukte droht nämlich ebenfalls eine Schwemme.

In den frühen Jahren der Öl- und Gasindustrie galt es als gute Geschäftspraxis, sich über angehängte Petrochemieaktivitäten und Vertriebstöchter gegen Preisschwankungen abzusichern — die sogenannten Ölmultis. Als jedoch die Absicherungsmöglichkeiten über die Finanzmärkte immer besser wurden und die Gewinne im Energiegeschäft zuverlässig sprudelten, verlor der Chemieteil zunehmend an Bedeutung und durch Abspaltungen entstanden eigenständige Unternehmen wie Arkema (WKN: A0JLZ0) und INEOS.

Lange Zeit gab man sich selbstbewusst, dass durch das Bevölkerungswachstum und den zunehmenden Wohlstand in den Entwicklungs- und Schwellenländern der Energieverbrauch auf Jahrzehnte hinaus wie gewohnt weiter zunehmen würde. Mit der aktuellen Notstandsrhetorik steigt jedoch sichtbar die Verunsicherung in den Chefetagen der verwöhnten Konzerne.

Das wissenschaftlich orientierte Onlinemagazin „YaleEnvironment360“ berichtete kürzlich davon, dass derzeit viele Milliarden in den Ausbau der Petrochemiekapazitäten fließen, um sich gegen die Möglichkeit eines weltweiten Nachfragerückgangs bei Erdöl und Erdgas abzusichern. Heute gehen etwa 14 % des geförderten Rohstoffs in die chemische Weiterverarbeitung ein. Zukünftig soll es deutlich mehr sein und das World Economic Forum rechnet mit einer verdoppelten Produktion bis 2050.

Ein Faktor ist auch die reichliche Verfügbarkeit von günstigem Frackinggas in den USA, bei dem bisher jede Menge Ethan abgefackelt wird. Um die Förderkosten vieler Betriebe zu decken, ist es hilfreich, diesen Eingangsstoff stattdessen zu kommerzialisieren. Seit 2010 wurde in den USA in über 300 Plastik- und Chemieprojekte investiert. Aktuell nimmt Shell (WKN: A0D94M) 6 Mrd. US-Dollar in die Hand, um einen sogenannten Ethan-Cracker mit einer Kapazität von 1,6 Mio. Tonnen Plastik aufzubauen. Jede Menge weiterer Projekte steht vor einer behördlichen Genehmigung.

Die Folgen der Plastikschwemme

Die Folgen für die Umwelt sind für mich gar nicht so offensichtlich. Grundsätzlich sollte es ja besser sein, den fossilen Rohstoff in haltbaren Plastikprodukten und -komponenten zu binden, anstatt ihn zu verbrennen und so direkt die Kohlenstoffverbindungen in die Luft zu blasen. Zwar ist die Plastikproduktion recht energieintensiv, aber meinen Recherchen zufolge lässt sich etwa die dreifache Menge dessen binden, was beim aktuellen Strommix an fossiler Primärenergie verbraucht wird.

Wenn aus dem Plastik primär Verpackungen und kurzlebige Wegwerfprodukte hergestellt werden, sieht die Bilanz natürlich etwas anders aus, aber das wäre tragisch. Meine Erwartung ist dabei eher, dass sich Kunststoff neue Anwendungen suchen wird, so wie das BASF und Covestro beispielsweise beim Polyurethan oder beim Polycarbonat seit vielen Jahren praktizieren. Die drastisch ausgebauten Kapazitäten dürften jedoch zunächst Preisdruck ausüben, bevor steigende Nachfrage wieder für einen Ausgleich sorgt.

Folglich wäre in der einen oder anderen Produktkategorie mit einem Verfall der Margen zu rechnen, womit die gesamte Branche umgehen muss. Andererseits würde ich erwarten, dass ein intensiver Preiswettbewerb die Attraktivität von Plastik in vielen Bereichen steigern wird. Das könnte auch so weit führen, dass alternative Werkstoffe etwa auf metallischer Basis zunehmend ersetzt werden. Ein Konzern wie thyssenkrupp, der nicht nur Stahl produziert und weltweit vertreibt, sondern auch viele Komponenten produziert, könnte also durchaus davon betroffen sein.

Obacht ist angesagt

Es ist (zumindest für mich) schwer zu entscheiden, wie stark diese Effekte letztlich wirken werden. Möglicherweise können Konzerne wie BASF und Covestro sich ganz gut auf die Situation einstellen und die Auswirkungen eines Überangebots durch differenzierte Lösungen abfedern. Trotzdem könnte ein Zusammentreffen von Konjunkturabkühlung und hinzukommenden Kapazitäten sehr unangenehme Folgen haben.

Dass Wintershall Dea und BASF durch die geplante Aufspaltung im kommenden Jahr den entgegengesetzten Weg gehen als viele Ölmultis, die jetzt wieder auf eine verstärkte vertikale Integration setzen, wäre vielleicht ebenfalls zu hinterfragen. Wie auch immer: Dem Plastik gehört die Zukunft, egal ob wir mit dem Jutebeutel einkaufen gehen oder nicht!

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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Author: Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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