Die Rente ist weiterhin eine Baustelle, der sich Sparer, Erwerbstätige und somit fast jeder stellen muss. Wenn man nicht gerade hochwohlgeboren ist, dürfte in naher oder ferner Zukunft jeder einmal realisieren: Die Rente könnte im Alter ziemlich knapp werden.

Die derzeitige Rentenlücke wird bereits auf bis zu 800 Euro beziffert. Ein erheblicher Anteil der durchschnittlichen Rentenniveaus liegt zwischen 800 und 1.000 Euro. Ein bequemer Ruhestand im Alter sieht definitiv anders aus.

Unsere Schweizer Nachbarn scheinen gegenwärtig ein neues Renten-Modell zu diskutieren, von dem ich mir vorstellen könnte, dass es auch hierzulande ein Thema werden könnte. Trotzdem zeigt sich: Wesentliche Probleme dürften gleich bleiben. Fools sollten selber vorsorgen. Schauen wir im Folgenden daher einmal, was man jetzt als angehender Rentner irgendwann einmal wissen sollte.

Rente nach Berufsjahren?

Eines vorweg: Die folgende Idee stammt weder von mir. Noch ist sie in Deutschland fest verankert. Das Modell könnte jedoch das Rentensystem in der Schweiz vom Grundsatz her neu aufrollen. Dreh- und Angelpunkt des Modells sind dabei die Berufsjahre.

Genauer gesagt hat das sogenannte Centre Personal einen solchen Systemwechsel vorgeschlagen. Demnach könne man dazu übergehen, den Regelrenteneintritt nach 44 Berufsjahren zu definieren. Das würde implizieren, dass Jugendliche mit einem Ausbildungsberuf künftig eher in Rente gehen könnten als Akademiker. Aber, so die Theorie dahinter: Akademiker besitzen häufiger klassische Bürojobs, die man auch im hohen Alter noch erledigen kann. Klingt diskriminierend? Wie gesagt: Es ist im Endeffekt nicht meine Idee, ich gebe die Position bloß wieder.

Mit einer solchen Reform könne man jedoch einige Probleme ausbügeln. Zumindest in der Theorie. Trotzdem dürften skeptische Rentenbeobachter auch hier ein paar altbekannte Baustellen erkennen: Zum einen bleibt das Arbeiten bis ins hohe Alter erhalten. Zum anderen kann auch eine Zahl von 44 Berufsjahren weiter nach hinten verschoben werden. Je nach Lage der Rentenkassen wird das Kernproblem der unterfinanzierten Rente bloß verschoben. Außerdem sagt der Renteneintritt wenig über das Rentenniveau oder eine Rentenlücke aus. Es würde sich lediglich das grundsätzliche Modell verändern.

Rente? Sorg lieber privat vor!

Wenn es daher um das Thema Rente geht, scheint es einfach grundlegende Baustellen zu geben, die man zwar etwas verschieben, jedoch kaum lösen kann. Das heißt für Foolishe Investoren: Das Problem gilt es weitgehend selbst in die Hand zu nehmen. Und zumindest konservativ zu kalkulieren und möglichst frühzeitig zu überlegen, wie man eine Rentenlücke stopfen kann.

Selbst eine Rentenlücke von 800 Euro im Monat ist daher lösbar. Beispielsweise, wenn man auf starke und zuverlässige Dividendenaktien setzt. Zeit, das Reinvestieren und ein solides Dividendenwachstum können außerdem treibende Kräfte beim Aufbau eines zusätzlichen privaten Renteneinkommens sein. Und wer möglichst früh beginnt, der kann den Zinseszinseffekt besser nutzen.

Eine allgemeingültige Lösung für die Rente wird kaum möglich sein. Ich bleibe daher dabei: Foolishe, weitsichtige Investoren sorgen selbst vor. Und verlassen sich nicht darauf, dass das System früher oder später irgendwie ideal reformiert werden kann.

Neues Modell? Möglich …

Die derzeitigen Überlegungen betreffen bloß die Schweiz. Ich könnte mir jedoch mittel- bis langfristig vorstellen, dass wir auch hierzulande vom Lebensalter zu den Berufsjahren übergehen könnten. Allerdings ist das natürlich noch hypothetisch.

Die Rentenlücke ist jedoch schon heute real. Und sie bedroht schon heute deinen Ruhestand. Ob ein Systemwechsel die Lösung bringen wird? Ich bin jedenfalls skeptisch – und sorge lieber privat vor.

The post Neues Renten-Modell, gleiche Probleme? Warum Fools weiterhin selbst vorsorgen! appeared first on The Motley Fool Deutschland.

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Author: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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