Ich weiß nicht, wie bewandert du rein sportlich im US-amerikanischen Raum bist, aber am letzten Wochenende hat eines der größten sportlichen Events in diesem Jahr stattgefunden: der Super Bowl. Bereits zum 54. Mal gab es dabei das Endspiel in der National Footbal Leage der USA, gewissermaßen ein Höhepunkt für alle Sportfans.

Neben viel Werbung, viel Geld für eben jene Werbung und auch Platz für Hot Wings und weitere Bräuche, die sich dabei eingeschlichen haben, hat dieses Spiel indirekt auch gewisse Auswirkungen auf die Entwicklung der Börse. Zumindest, wenn man dem Super-Bowl-Indikator glauben möchte.

Schauen wir im Folgenden daher einmal auf dieses eigensinnige Konstrukt und warum das Glauben an dieses Barometer statistischer Quatsch oder, wenn überhaupt, eine sich selbst erfüllende Prophezeihung ist.

Das ist der Super-Bowl-Indikator

Aber zunächst zurück zu den Basics: Der Super-Bowl-Indikator, als einer der ersten, möglicherweise wichtigen Gesamtjahresindikatoren, besagt, dass je nach Ausgang des Spiels die Börsen steigen oder fallen sollen. Sofern ein Team der Unterliga NFC gewinnt, würde demnach eine Hausse folgen, sofern jedoch ein Team der AFC gewinnt, neigten die Börsen dazu, zu korrigieren. Eine statistische Anomalie, die historisch gesehen in vielen Fällen richtig gelegen hat.

Wie man in diesen Tagen nämlich bemerkenswerter Weise wieder nachlesen kann, habe der Indikator in rund 75 % der Fälle recht gehabt. Eine Auswertung bei 53 Partien käme demnach zu insgesamt 40 Treffern. Eine solide Trefferquote daher für einen derartigen Indikator, der zumindest historisch gesehen als solide gilt. Zumindest bei Tradern und dergleichen, die auf solche Signale mittelfristig setzen wollen.

Die schlechte Nachricht an dieser Stelle: Mit den Kansas City Chiefs hat nun eben ein Team der AFC gewonnen, was unterm Strich bedeuten soll, dass die Börsen in der nächsten Zeit korrigieren werden. Buhu.

Wer suchet, der findet, trifft es wohl eher

Wir als Foolishe Investoren bleiben an dieser Stelle natürlich lieber bei harten Fakten. Grundsätzlich könnte der Indikator womöglich ein weiteres Mal richtig liegen, immerhin haben die weltweiten Börsen zuletzt ein Rekordniveau erreicht und neigen in Anbetracht des Coronavirus schon jetzt zur Korrektur. Auch konjunkturell könnte es ein mögliches Abschwungspotenzial geben. Das hat allerdings alles reichlich wenig mit dem Super Bowl zutun, weshalb man solchen, zugegebenermaßen treffsicheren Quoten besser nicht glauben sollte.

Wenn du mich fragst, hat diese statistische Auffälligkeit sowieso etwas von einem Ansatz, der auf akribischem Suchen basiert. Zwischen NBA, NFL oder auch MLB existieren alleine im US-amerikanischen Raum viele Sportevents, die man dabei auf Anomalien überprüfen kann. Neben weiteren globalen Sport-Events, wohlgemerkt. Irgendwann, oder besser, irgendwo muss es dabei wohl mal eine statistische Auffälligkeit geben. Das liegt wohl lediglich im Bereich des statistisch Möglichen.

Da sich der Super-Bowl-Indikator jedenfalls konsequent weiter verbreitet und immer mehr Investoren diesem Anzeiger Glauben schenken, könnte das inzwischen etwas von einer sich selbst erfüllenden Prophezeihung haben. Etwas, das in der Börsenwelt ebenfalls nicht gerade ungeläufig ist.

Bleib bei harten Fakten und Analysen

Als Foolisher Investor sollte man sich daher besser nicht auf solche komischen statistischen Anomalien stützen. Zumal sie im Einzelfall nicht eintreten müssen, wie auch die restlichen 25 % beweisen, in denen der Anzeiger daneben gelegen hat.

Eine fundierte Analyse basierend auf harten Fakten dürfte jedenfalls die bessere Option sein und bleiben, anstatt auf solche merkwürdigen Konstrukte zum Timing der Märkte zu setzen.

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Author: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst