Ende der 1990er-Jahre erlebten Biotech-Aktien eine regelrechte Euphoriewelle. Werte wie Amgen (WKN: 867900), Biogen (WKN: 789617) oder Morphosys (WKN: 663200) standen damals hoch im Kurs, waren allerdings in jeder Hinsicht überbewertet (der Kurs hatte sich zu weit von der Fundamentalentwicklung entfernt).

Selbst die Aktie von Amgen, das in den Folgenjahren operativ immer weiter zulegen konnte, drehte erst 2008, als sie die andere Seite des Extrems erreicht hatte! Dabei half es auch nichts, dass Umsatz und Gewinn im Zeitraum 2000 bis 2008 von 3.629 auf 14.687 Mio. US-Dollar beziehungsweise von 1.139 auf 4.196 Mio. US-Dollar zulegten. Die Aktie verlor trotzdem vom Hoch (2000) zum Tief (2008) fast 70 % an Wert!

Ähnlich erging es auch Morphosys und Biogen. Aber welche Aktie könnte heute die bessere Wahl sein? Hier der Vergleich.

Geschäftsaufstellung

Morphosys forscht im Bereich der humanen Antikörper und verfügt dabei über führende Technologien. Im Segment Partnered Didcovery entwickelt das Unternehmen in Partnerschaften mit anderen Pharma- und Biotechfirmen neue Mittel. Hat es dabei Erfolg, profitiert es von Meilensteinzahlungen und Erfolgsbeteiligungen.

Über das zweite Segment Proprietary Development entwickelt der Konzern aber auch eigene Antikörperprodukte auf den Gebieten Entzündungs- und Autoimmunerkrankungen, Krebs sowie Infektionskrankheiten. Bisher besitzt Morphosys aber erst fünf firmeneigene Antikörper und mit Tremfya nur ein Produkt auf dem Markt. Daneben befinden sich jedoch über 100 Projekte mit den Partnerfirmen in der Entwicklung, die Hoffnung wecken.

Biogen hingegen entwickelt Therapien gegen schwere neurologische und neurodegenerative Erkrankungen sowie verwandte Therapiemöglichkeiten. Heute besitzt der Konzern ein führendes Portfolio zur Behandlung von Multipler Sklerose, spinaler Muskelatrophie, entwickelt Biosimilars und forscht in den Bereichen Multiple Sklerose, Neuroimmunologie, neuromuskuläre Störungen, Bewegungsstörungen, Alzheimer, Demenz, Ophthalmologie, Immunologie, neurokognitive Störungen, Akutneurologie und Schmerz.

Die aktuelle Produktpalette ist schon sehr breit ausgebaut. Zudem befinden sich viele weitere Mittel in der Entwicklung. Allein bis Ende 2020 werden neun die Endphase erreichen. Biogen hat sich insbesondere im Bereich Multiple Sklerose den Aufbau einer Art Monopolstellung vorgenommen.

Diesen Punkt gewinnt Biogen.

Bisherige Geschäftsentwicklung

Morphosys hat im Zeitraum 2009 bis 2018 seinen Umsatz von 81 auf 76 Mio. Euro reduziert. Der Gewinn sank von 9 auf -56 Mio. Euro. Davon waren zudem vier Jahre verlustreich. Hoffnung machte zuletzt die US-Zulassungseinreichung für das Blutkrebsmittel Tafasitamab. Es könnte für die Firma die Wende bringen.

Biogen hingegen konnte den Umsatz von 4.377 auf 13.452 Mio. US-Dollar steigern. Und auch unterm Strich verbesserte sich der Gewinn deutlich von 970 auf 4.430 Mio. US-Dollar. Dabei lag die Nettomarge immer im Bereich von 22 bis fast 33 %.

Bisher schneidet Biogen in Sachen Finanzkraft also deutlich besser ab und gewinnt deshalb hier den Punkt.

Prognosen und Aussichten

Morphosys erwartet für das Gesamtjahr 2019 einen Umsatz in Höhe von 65 bis 72 Mio. Euro. Zwar wurde die Prognose angehoben, aber im Vergleich zum Vorjahr (76,4 Mio. Euro) ist dies keine Steigerung. Für das operative Ergebnis geht die Firma nun von -105 bis -115 Mio. Euro aus. Auch dies stellt eine Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr (-59,1 Mio. Euro) dar.

Große Hoffnung wird derzeit auf das oben beschriebene Blutkrebsmittel Tafasitamab gelegt. Es könnte schon im nächsten Jahr die Ergebnisse stark steigen lassen. Investoren sollten sich aber besser auf die aktuellen Zahlen konzentrieren und nicht auf eventuelle Zukunftsereignisse.

Bei Biogen sieht dieses Jahr alles nach einer weiteren Umsatz- und Gewinnsteigerung aus. Allein im dritten Quartal 2019 zogen der Umsatz um 5 % und der Gewinn je Aktie um 24 % an.

Überraschenderweise meldet der Konzern sein Alzheimer-Mittel nun doch zur Zulassung an, nachdem eine weitere Studie mit einer größeren Teilnehmerzahl und unter einer höheren Dosis positiv verlief. Darüber hinaus wird Biogen seine einzelnen Segmente weiter ausbauen. Die Aussichten und Prognosen sind also für den Konzern weiterhin gut.

Auch dieser Punkt geht an Biogen.

Foolisher Abschluss

Insgesamt ist der amerikanische Biotech-Wert also fundamental stabiler aufgestellt und deshalb aus Investmentgesichtspunkten die bessere Wahl.

Morphosys könnte allerdings in der kommenden Zeit positiv überraschen. Aufgrund der hohen Bewertung (Kurs-Umsatz-Verhältnis: 28) ist die Aktie aber wahrscheinlich eher etwas für Trader.

Ist das die „nächste Netflix“?

Zurzeit nimmt ein Trend Fahrt auf, der frühe Investoren so glücklich machen könnte wie die Netflix-Investoren der ersten Stunde: Gaming. Netflix hat seine Aktionäre bereits auf diese Entwicklung vorbereitet „Wir konkurrieren mit diesem disruptiven Trend… und wir werden ihn vermutlich verlieren…!“. Dieses Unternehmen könnte Netflix als König des Next-Gen-Entertainment entthronen.

Wir möchten dir gerne alle Einzelheiten über dieses Unternehmen an die Hand geben. Klick hier für weitere Informationen zu der Aktie, von denen wir glauben, dass sie von diesem Trend profitieren wird… und die die „nächste Netflix“ werden könnte. Fordere unseren neuen kostenlosen Spezialreport „Die Gaming-Industrie steht vor einem neuen Schub – Das ist unsere Top-Empfehlung“ jetzt an!

Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Biogen. The Motley Fool empfiehlt Amgen.

 

Motley Fool Deutschland 2019

The Motley Fool
Author: Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst