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Mit dieser Taktik gehe ich in den Börsenmonat April

Es vergeht keine Woche ohne Rekorde an den Weltbörsen. Auf den schnellsten Absturz folgt der höchste Punktgewinn aller Zeiten. Daimler (WKN: 710000)-Aktien tauchten auf weniger als die Hälfte des Buchwerts ab, nur um innerhalb von zwei Tagen über 50 % nach oben zu schießen. Die Lufthansa (WKN: 823212) wurde am 25. März geringer bewertet als ihr bereinigter Betriebsgewinn vor Abschreibungen von 2018 (5 Mrd. Euro).

Ja, es sind verrückte Zeiten und den meisten von uns fällt es nicht leicht, die Impulse von Flucht und Angriff unter Kontrolle zu behalten. Der Angst vor den nun möglicherweise fallenden Dominosteinen steht eine verlockende Situation gegenüber, die sich nur etwa alle zehn Jahre ergibt: Topunternehmen zu stark reduzierten Preisen einsammeln zu können.

Wie sollten wir uns also angesichts dieser Unsicherheiten am schlauesten im April verhalten?

Grundsätzliches

Bevor wir uns daran machen, uns tiefere Gedanken zu machen, wie wir am besten unser Geld gewinnbringend investieren, sollten wir zwei Dinge sicherstellen: erstens, dass wir alles tun, um gesund durch diese Pandemie zu kommen, und zweitens, dass unsere Einkommensströme nicht versiegen. Trotz Kurzarbeit und Konjunkturprogrammen wird der Arbeitsmarkt wohl Schlagseite bekommen. Je früher wir uns unsere Optionen zurechtlegen, desto besser können wir im Fall der Fälle reagieren.

Denn ohne Einkommen bleibt uns keine Sparrate und ohne Sparrate bringen die besten Anlegertaktiken nichts. Ich empfehle auch, die Kostenseite zu überprüfen, um jetzt möglichst viel trockenes Pulver zusammenzutragen. Für diese turbulenten Zeiten benötigen wir liquide Mittel, die regelmäßig aufgestockt werden können. Das vorausgeschickt, können wir uns nun daran machen, unsere Taktik für den April auszuarbeiten.

Taktik 1: Eine optimierte Corona-Watchlist erstellen

Was wir unbedingt brauchen, ist eine Watchlist mit Werten, die wir mögen und einigermaßen verstehen. Diese sollte mit ganz unterschiedlichen Unternehmen gefüllt werden, also sowohl Standard- als auch Nebenwerten aus unterschiedlichen Regionen und Branchen. So kann man über die Zeit ein Gefühl dafür bekommen, wie stark die Ausschläge sind, welche Aktien sich besonders stark verbilligt haben und welche zur Trendwende ansetzen.

Es hilft uns auch, den Überblick über unsere Lieblingsunternehmen zu behalten. Selbst wenn du bereits seit Längerem eine solche Liste pflegst, könnte es sich gerade in diesen wilden Tagen lohnen, sie zu überarbeiten. Das heißt, Werte, denen du nicht mehr so viel wie früher zutraust, zu streichen und dafür neue Werte hinzuzunehmen, die jetzt besonders aussichtsreich sind.

Taktik 2: Die Anlageobjekte vom Ende her betrachten

Dabei sind wir auch schon beim nächsten Punkt. Die große Frage ist natürlich, welche Art von Aktien jetzt Trumpf ist. Das Problem dabei ist, dass sich die Lage täglich ändert. Daimler war kurzfristig ein wahnsinniges Schnäppchen. Nach dem schnellen Anstieg sind andere Gelegenheiten vielleicht wieder besser. Noch vor Kurzem hätte ich Ölmultis wie Shell (WKN: A0D94M) für sichere Dividendenzahler gehalten. Mit dem Einbruch des Ölpreises sieht die Lage trotz des starken Kursrückgangs wieder anders aus.

Oder was ist mit den turboschnell wachsenden Unternehmen rund um Payment, SaaS und Cloud? Auch diese gibt es jetzt wieder billiger, sodass man nun womöglich günstig auf den Zug aufspringen kann. Andererseits könnte für diese oft schwach kapitalisierten Unternehmen das dicke Ende erst noch kommen. Schließlich sind die bisherigen Kursrückgänge oftmals gering, im Vergleich zu den zum Teil gigantischen Gewinnen über die letzten Jahre.

Das Wichtigste, was wir unter diesen Umständen überlegen sollten, betrifft die längerfristige Perspektive. Aktien, die ich jetzt auf meine Watchlist setzen würde, sollten die technologische, bilanzielle und strategische Stärke haben, um kraftvoll aus dieser Krise herauszukommen und über viele Jahre hinweg schneller als der Markt wachsen zu können. Wenn ein solches Unternehmen dann auch noch zum halben Preis erwerbbar ist, dann habe ich ein starkes Kaufargument. Stephen R. Covey drückte das Prinzip, das sich gut auf die Unternehmensauswahl übertragen lässt, wie folgt aus:

„Schon am Anfang das Ende im Sinn zu haben, bedeutet, mit einer klaren Zielvorstellung zu starten. Es bedeutet, zu wissen, wo Sie hingehen, um so auch besser zu verstehen, wo Sie derzeit stehen. Nur so können Sie Ihre Schritte immer in die richtige Richtung lenken.“

Taktik 3: Geduldig bleiben

Viele Aktien sehen jetzt billig aus, sodass risikobereite Anleger vermehrt bereit sind, schon wieder in Richtung 100 % Aktienquote bezüglich ihres investierbaren Vermögens zu gehen. Aus meiner Sicht wäre es jedoch klüger, sein Engagement in kleinen Schritten hochzufahren. Solange die COVID-19-Fallzahlen in den USA noch steigen, wichtige Volkswirtschaften wie Spanien oder Italien am Abgrund stehen und die sogenannten Zweitrundeneffekte in China und anderen Regionen noch völlig unabsehbar sind, werden die Kurse nicht nach oben weglaufen.

Auch in Deutschland drohen Pleitewellen, denen sich der Aktienmarkt nur schwerlich entziehen kann. Vor Mai werden wir sicherlich noch nicht klar nach vorn sehen können. Von daher werde ich im April geduldig auf die Rückkehr von schwächeren Börsentagen warten und dann in Ruhe meine Watchlist studieren, um diejenige Aktie zu identifizieren, die zu diesem Zeitpunkt den besten Mix aus Risikopuffer und Wachstumschancen bietet.

Ein hoher Anteil an gut planbaren Umsätzen und eine komfortable Liquidität sind dabei sicherlich von Vorteil. Potenzielle Profiteure der Corona-Krise, wie etwa bestimmte Biotechs oder Medizintechniklieferanten, würde ich hingegen nur in Betracht ziehen, wenn ich auch sonst völlig von dem jeweiligen Unternehmen überzeugt bin.

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Für den Aktienmarkt ging es lange Zeit immer weiter nach oben, bis sich Anfang 2020 plötzlich alles verändert hat.

Das Coronavirus beschäftigt die ganze Welt und auch die Börsen. Lieferketten werden unterbrochen, Reisen abgesagt und Konsum verschoben. Das wird nicht einfach für die Wirtschaft. Dabei war Deutschlands Wirtschaft bereits vor dem Coronavirus nicht stark.

Es ist sehr schwer, sich genau auszumalen, wie empfindlich die Börsen auf wirtschaftliche Schwäche reagieren werden. Man kann sich einige unschöne Szenarien vorstellen.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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Author: Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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