Wirecard (WKN: 747206)-Aktionäre haben es in diesen Tagen sicherlich nicht einfach. So entwickelt sich das DAX-Unternehmen fundamental weiterhin sehr gut, auf der anderen Seite steht jedoch die Ungewissheit, ob die ausgewiesenen Geschäftszahlen auch alle stimmen.

Aufgrund der nun durch das Unternehmen selbst eingeleiteten zweiten Prüfung über KPMG werden wir in einigen Wochen wahrscheinlich endgültig wissen, ob die „Financial Times“ nicht doch zu übereifrig war oder tatsächlich gut recherchiert hat. Positiv stimmt in diesem Zusammenhang allerdings, dass der CEO Dr. Markus Braun weiterhin einen großen Anteil an Wirecard hält und auch bei früheren Untersuchungen immer nur geringe Abweichungen festgestellt wurden.

Wir werden abwarten müssen. Unterdessen setzt der Zahlungsdienstleister seine operative Entwicklung mit den zwei folgenden Anwendungen weiter erfolgreich fort.

1. Einführung eines neuen Ratenzahlungsservice

Wirecard profitiert vor allem vom boomenden Onlinehandel. Zudem entscheiden sich immer mehr Händler für die Financial Commerce Platform des Unternehmens, um ihren Kunden möglichst viele und vor allem moderne Zahlungsdienste anbieten zu können.

Dabei wünschten sich immer mehr Kunden eine Ratenzahlungsmöglichkeit, um so auf Kredit einkaufen zu können. Wahrscheinlich möchten sie die derzeit sehr niedrigen Zinsen nutzen. Wirecard hat diese zusätzliche Funktion nun in seine Plattform integriert und verspricht sich darüber allein in den ersten Jahren des Anlaufs ein zusätzliches Transaktionsvolumen von mehr als 3 Mrd. Euro.

Für die Händler bringt dies den Vorteil, nach der Kundenbestellung dennoch sofort den vollständigen Zahlungsbetrag zu erhalten. Zudem erzielen sie so erfahrungsgemäß mehr Umsatz und erhöhen die Kundenbindung. Wirecard wird den Service nach Deutschland schnellstmöglich auf alle weiteren SEPA-Länder ausrollen.

2. Mit boon Planet bekommen Banken noch mehr Konkurrenz

Eine Entwicklung wird heute schon immer deutlicher: Banken werden zukünftig vermehrt auf Onlinefilialen setzen, um so massiv Kosten zu sparen. Darüber hinaus werden sie vom Wettbewerb dazu gezwungen, weil die Konkurrenz schon heute mit günstigeren Angeboten aufwarten kann. Deshalb werden beispielsweise auch die Deutsche Bank (WKN: 514000) und die Commerzbank (WKN: CBK100) zukünftig weiter Filialen abbauen.

Wirecard versteht diese Entwicklung und möchte davon profitieren. So hat es nun mit boon Planet eine Zahlungs-App inklusive Girokonto auf den Markt gebracht. Vorher konnte es in diesem Bereich schon viele Jahre als Dienstleister für die Smartphonebank N26 Erfahrungen sammeln.

Vor allem junge und smartphoneaktive Menschen wird das Angebot ansprechen, denn die Kontoeröffnung ist schnell und einfach, die Dienste werden ständig ausgebaut und daraus werden sich zukünftig weitere geldwerte Kundenvorteile ergeben.

Derzeit liegt der Schwerpunkt auf der Möglichkeit des kontaktlosen Bezahlens und den SEPA-Überweisungen. Zukünftig werden darüber aber auch Versicherungen, Kredite, Sparpläne, Mobilitätsdienste (wie Taxis) oder auch Treuerabatte genutzt werden können. Und genau mit diesen vielen Angeboten und Vorteilen möchte sich Wirecard Wettbewerbsvorteile verschaffen. Zudem erweitert das Unternehmen so auch sein konzernweites Angebotsspektrum.

Des Weiteren können andere eigene Bankkonten in die App integriert werden, sodass ein kompletter Finanzüberblick ermöglicht wird. Über Garmin-, Apple-, Google- und Fitbit-Pay kann der Service heute schon europaweit genutzt werden, zukünftig aber weltweit über iOS- wie Android-Smartphones.

Foolisher Abschluss

In der Zahlungs- und Bankenlandschaft haben neue Anbieter durchaus Vorteile gegenüber traditionellen Dienstleistern, weil sie ihr Geschäft nicht erst kostenintensiv umbauen müssen.

Wirecard analysiert die neuen Geschäftsmöglichkeiten sehr genau und bietet nun, wie mit boon Planet oder dem Ratenzahlungsservices, immer mehr moderne Dienste an, die entsprechendes Wachstumspotenzial besitzen.

Ist dies die nächste Wirecard?

Wirecard stieg um fast 2.000 %. Jetzt gibt es einen aussichtsreichen „Nachfolger“, der schon bald die Spitze einnehmen könnte. Erst im vergangenen Jahr kam die Aktie an die Börse. Mit +49 % Umsatz-Wachstum (2018) und einer traumhaften Marge von 52 % (vor Steuern und Abschreibungen) fasziniert das Unternehmen die Analysten, während seine Plattform die Internet-Händler in der ganzen Welt mit der besten Performance begeistert und so bereits über 3 Milliarden Menschen erreicht. Wächst hier ein ganz neuer Tech-Gigant heran? Alle Details liest du hier:

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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Author: Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst