Eine günstige, dividendenstarke Aktie zu finden ist in diesen Tagen nicht ganz einfach. Unser heimischer Leitindex, der DAX, nähert sich erneut seinem Rekordhoch von zuletzt 13.601,65 Punkten. Ob er diese Marke noch vor dem Wochenende nach oben hin durchbrechen wird, ist zum Zeitpunkt meines Verfassens noch nicht abzusehen.

Eine Aktie, die zu diesem Kreis derzeit hinzugezählt werden kann, ist die der Aareal Bank (WKN: 540811). Schauen wir im Folgenden einmal, was dieser Immobilienfinanzierer und Dienstleister rund um Immobilientransaktionen grundsätzlich bewertungs- und dividendentechnisch bieten kann.

Der fundamentale Fokus …

Wie wir mit Blick auf einige ausgewählte Kennzahlen feststellen können, scheint die Bewertung durchaus preiswert zu sein. Bei einem derzeitigen Kursniveau von 30,09 Euro (06.02.2020, maßgeblich für alle Kurse) und einem 2018er-Gewinn je Aktie von 3,47 Euro käme die Aareal Bank derzeit auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von lediglich rund 8,6. Bei einem 2018er-Umsatz je Aktie von 20,05 Euro beträgt das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) hingegen 1,5. Vor allem das KGV lässt an dieser Stelle eine mögliche Interpretation bezogen auf eine Unterbewertung zu, das KUV hingegen lässt die Aktie der Aareal Bank hingegen in einem moderaten Bewertungslicht erscheinen.

Erwähnenswert ist außerdem, dass sich der Buchwert je Aktie per Ende des Geschäftsjahres 2018 auf 48,88 Euro belief, wodurch sich beim derzeitigen Kursniveau ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,61 ergäbe. Auch das sieht prinzipiell nach einer preiswerten Bewertung aus, vor allem, wenn wir die grundsätzliche Profitabilität der Aareal Bank bedenken. Ganz anders als andere deutsche Banken ist dieses Geldhaus schließlich kein dringender Sanierungsfall.

Auch die Dividende ist gegenwärtig bei einer zuletzt gezahlten Ausschüttung in Höhe von 2,10 Euro und einer darauf basierenden Dividendenrendite von 6,97 % vergleichsweise hoch und in Anbetracht des 2018er-Gewinns je Aktie nachhaltig. Allerdings sollten Investoren hier bedenken, dass das Management der Aareal Bank die eigene Ausschüttung dennoch im letzten Jahr von zuvor 2,50 Euro je Anteilsschein auf das zuletzt gezahlte Niveau gekürzt hat. Stabile Zahlungen, mindestens auf Vorjahresniveau, besitzen daher keine Priorität.

Die weiteren Aussichten

Ein solches zunächst günstiges Bewertungsmaß sollte dennoch auch in Anbetracht der weiteren Aussichten eines Unternehmens geprüft werden. Bloß wenn das Zahlenwerk weiterhin zumindest konstant oder sogar moderat wachsend bliebe, können wir schließlich im Endeffekt von einem wahren Schnäppchen sprechen.

Leider existieren hierbei gewisse Einschränkungen. Wie wir nämlich mit Blick auf die ersten neun Monate des vergangenen Geschäftsjahres 2019 feststellen können, ist das Zahlenwerk hier zunächst leicht rückläufig. Das Betriebsergebnis sank von 199 Mio. Euro im Vorjahr auf 186 Mio. Euro, das Konzernergebnis von 131 Mio. Euro auf 121 Mio. Euro und auch je Aktie nahm das Ergebnis weiterhin ab. Hier konnte die Aareal Bank, wie gesagt, für die ersten neun Monate einen Wert von 1,80 Euro präsentieren. Im Vergleich zum Vorjahreswert von 1,97 Euro ein Einbruch um fast 9 %.

Sofern wir diese Messlatte nun auf das Gesamtjahr abstrahieren und auf das Bewertungsmaß übertragen, so würde die Aareal Bank innerhalb dieses Zeitraumes mit einem KGV von rund 9,5 bewertet werden. Möglicherweise noch immer ein preiswertes Bewertungsmaß, wobei spannend bliebe, ob die operativen Einbußen hier zu weiteren Kürzungen bei der Dividende führen.

Apropos Dividende: Auch zukünftig ist bei der Aareal Bank geplant, gemäß der hauseigenen Ausschüttungspolitik eine Ausschüttung von mindestens 50 % des Ergebnisses je Stammaktie auszuzahlen. Trotz potenzieller Kürzungen könnten hier hohe Zahlungen für die Investoren lauern.

Ein Schnäppchen mit Einschränkungen

Unterm Strich ist die Aktie der Aareal Bank daher grundsätzlich eine attraktive und günstige Aktie. Die Bewertung ist noch günstig, die Dividendenrendite hoch. Aufgrund eines nachlassenden Zahlenwerks könnte sich jedoch die Bewertung etwas erhöhen, die Dividende hingegen moderat sinken. Wer weiß.

Ob das übrig bleibende Konstrukt noch ausreichend attraktiv ist, ist eine andere Frage. Zumindest handelt es sich bei der Aktie der Aareal Bank um eine zugegebenermaßen recht profitable Bank. Eine erfrischende Alternative zu dem, was andere deutsche Geldhäuser in diesen Tagen zu bieten haben.

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Vincent besitzt Aktien der Aareal Bank. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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Author: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst