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In 3 Monaten sind die Aktien dieses Unternehmens um 1.000 % gestiegen

Wer aufmerksam den Markt verfolgt, hat in letzter Zeit einiges mitbekommen. Etwa den sprunghaften Anstieg des Aktienkurses von Hertz, nachdem das Unternehmen Konkurs angemeldet hatte. Und dann war da noch Nikola, ein neues Elektro-Lkw-Unternehmen ohne Einnahmen. Das stieg auf eine Marktkapitalisierung, die mit der von Ford Motor konkurrierte.

Angesichts dieser seltsamen Trends kann man vielleicht Folgendes nachvollziehen: Der Kurs der Aktien von Veritone (WKN: A2DR5Y) ist nach dem Allzeittief am 16. März (1,22 US-Dollar pro Aktie) um 1.000 % gestiegen. Das ist eine erstaunliche Rendite, aber wie bei Hertz und Nikola glaube ich nicht, dass sie von Dauer sein wird.

Was macht Veritone überhaupt?

Veritone ist ein Anbieter von Dienstleistungen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI). Es ist der Schöpfer von aiWARE, „einem KI-Betriebssystem“. Die Technologie des Unternehmens ist in der Lage, „ein breites Spektrum unstrukturierter Daten wie Audio- und Videodateien, Bilder und Dokumente zu erfassen, unabhängig davon, wo sie sich befinden, um sie in unsere Plattform zur weiteren Verarbeitung, für Aktionen und Analysen einzuspeisen“. So liest es sich in den bei der SEC eingereichte Unterlagen von Veritone.

Damit ist das Unternehmen in der Lage, drei Arten von Dienstleistungen anzubieten: Werbung, Inhaltslizenzen und Software as a Service (SaaS). Bei den Angeboten für Werbung und Inhaltslizenzen scheint es sich um Standarddienste zu handeln, bei denen die KI-Technologie zur Verbesserung des Dienstes eingesetzt wird. Im SaaS-Bereich ist die Technologie selbst das Produkt. Das SaaS-Produkt bietet Kunden die Möglichkeit, die aiWARE-Plattform zu nutzen, um große Datenmengen schnell zu überprüfen und zu analysieren. In einigen Fällen hätten die sonst manuell bearbeitet werden müssen. Dieses Produkt wird u. a. zur Gesichtserkennung und Analyse von Beweismaterial für Regierungsbehörden verwendet. Außerdem zur Überprüfung und Analyse von Daten als Teil der Beweisführung in Gerichtsverfahren.

Werbung und die Lizenzierung von Inhalten sind die größten Einnahmequellen des Unternehmens. Die Kunden sind unter anderem Uber Technologies, Audible von Amazon.com und LinkedIn von Microsoft. Zu den SaaS-Kunden von Veritone gehören das US-Justizministerium und die Polizei von Anaheim.

Betrachtet man die wichtigsten Daten, dann sieht man, dass die Einnahmen von Veritone vor COVID-19 stiegen. Aber wie zu erwarten war, litten die Segmente Werbung und Inhaltslizenzen im ersten Quartal 2020. Das Unternehmen kann nach wie vor weder einen Nettogewinn oder einen positiven operativen Cashflow erwirtschaften. Um Geld zu beschaffen, verkauft es Assets. Das Unternehmen hat keine langfristigen Verbindlichkeiten in seiner Bilanz.

Wird die Aktie von Veritone weiter steigen?

Kann durchaus sein, aber es ist wahrscheinlicher, dass es sich dabei um einen lediglich vorübergehenden Anstieg handelt. Ich persönlich sehe keinen speziellen Treiber für ein nachhaltiges Wachstum. Es scheint keine News oder Veränderungen in den Kennzahlen zu geben, die das rechtfertigen würden.

Die wichtigsten Daten haben sich in diesem Jahr aufgrund geringerer Einnahmen in den Bereichen Werbung und Lizenzierung bisher leicht verschlechtert. Und die anhaltende Ungewissheit in der Wirtschaft bedeutet, dass niemand weiß, wann das Unternehmen zum früheren Wachstum zurückkehren wird.

Letztlich wird Veritone, solange es nicht in der Lage ist, einen positiven operativen Cashflow zu generieren, extern Geld auftreiben müssen. Da das Unternehmen noch keine Schulden emittiert hat, wird davon ausgegangen, dass es dazu weiterhin Aktien auf dem Aktienmarkt verkaufen wird. Dadurch erhöht sich jedoch die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien und das drückt den Preis nach unten. 

Foolishes Fazit

Der Veritone-Anstieg der letzten drei Monate ist wirklich bemerkenswert. Schon in „normalen“ Zeiten wäre das eine starke Leistung gewesen, in der Pandemie noch mal umso mehr – schier unglaublich. Aber gerade deswegen erwarte ich nicht, dass es so weitergeht. Die kurzfristige Unsicherheit in Bezug auf das Wachstum, die negativen operativen Cashflows und das Fehlen eines klaren Wachstumstreibers deuten stark darauf hin, dass dieses schnelle Wachstum bald korrigiert wird.

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The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Amazon und Microsoft und empfiehlt Aktien von Uber Technologies. John Dollen besitzt keine der angegebenen Aktien. Dieser Artikel erschien am 22.6.2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2020

The Motley Fool
Author: John Dollen, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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