Wenn man wissen will, was mit dem Aktienkurs der Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S) geschieht, muss man wie bei fast allen Ölunternehmen beobachten, wie sich das Rohöl entwickelt. Die negativen Preise von WTI-Rohöl (der US-Maßstab) haben natürlich Schlagzeilen gemacht. Bezahlt zu werden, um jemandes Öl zu kaufen, erscheint doch lächerlich.

Trotz der Ängste, der Panik und der Schlagzeilen glaube ich jedoch, dass eine solche Situation eine Chance bietet.

Der Ölpreis

Wie bei allen freien Märkten bestimmt das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage – in der Theorie – den Rohölpreis. Das Problem besteht darin, dass – ähnlich wie auf dem Aktienmarkt – das wahrgenommene Angebot und die erwartete Nachfrage ebenso viel Einfluss haben wie das tatsächliche Angebot und die tatsächliche Nachfrage.

Im Gegensatz zum Aktienmarkt ist Rohöl ein physisches Produkt, das in der realen Welt gelagert werden muss. Wenn du dich in letzter Zeit über Rohöl informiert hast, wirst du wissen, dass der negative Preis zum Teil auf die Befürchtung zurückzuführen ist, dass es nicht genügend Lagerkapazität gibt. Hinzu kommen das Überangebot und die fehlende Nachfrage, die durch das Coronavirus verursacht werden.

Ein Aspekt, der jedoch weniger erwähnt wird, ist der Einfluss des sogenannten Paper Tradings. Dabei handelt es sich um den Kauf und Verkauf von Ölterminkontrakten ohne die Absicht, Öl selbst zu kaufen oder zu liefern. Dies bestimmt häufig die Rohstoffpreise auf kurze Sicht. Dieser Handel basiert fast ausschließlich auf Prognosen und ist weitaus volatiler als die Fundamentaldaten von Rohöl.

Der Aktienkurs von Shell

All dies sollte bei der Beurteilung des Shell-Aktienkurses berücksichtigt werden. Im Moment gibt es einige grundlegende Schwächen beim Öl, aber diese werden sich letztendlich auf einem weit höheren Niveau als dem derzeitigen Preis ausgleichen. Der Aktienkurs von Shell wird entsprechend steigen.

Um die Kernfrage zu beantworten: Unter der Annahme, dass keine weiteren größeren Schocks für den Ölpreis auftreten, vermute ich, dass die Aktie tatsächlich einen Tiefststand erreicht haben könnte. Nachdem sie im März unter 10 Pfund pro Aktie gefallen war, ist die Aktie bereits wieder auf fast 14 Pfund zurückgegangen.

Ich mahne jedoch zur Vorsicht. Der Markt ist im Moment alles andere als sicher und Panikverkäufe sowohl bei Rohöl als auch bei Aktien sind weitaus wahrscheinlicher als in sichereren Zeiten. Leider braucht es meiner Meinung nach nicht viel, um die Ölvorräte wieder zu senken. Für diejenigen, die bereit sind, in solchen Zeiten zu investieren, könnte dies jedoch eine „Buy the dip“- Kaufgelegenheit darstellen.

Royal Dutch Shell ist ein grundsätzlich gesundes Unternehmen. Es hat in guten wie in schlechten Jahren stets anständige Dividenden ausgeschüttet. Es hat auch eine gesunde Einstellung sowohl zur Diversifizierung als auch zu grüner Energie gezeigt. Zweifellos werden seine Umsatz- und Gewinnzahlen für dieses Jahr einen Schlag einstecken. Aber für diejenigen, die bereit sind, für ein oder zwei Jahre zu investieren, denke ich, dass die Risiken wahrscheinlich ziemlich gering sind.

Die Aktienkurse von Shell lagen Anfang des Jahres bei etwa 23 Pfund. Wenn sich die Rohölpreise zu erholen beginnen, würden wir hoffen, dass zumindest ein Teil dieses Niveaus wieder erreicht wird. Für diejenigen, die bereit sind, das Risiko einzugehen, könnte meiner Meinung nach jetzt der perfekte Zeitpunkt sein, um Shell-Aktien zu kaufen.

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So geht man mit einem Markt-Crash um

Für den Aktienmarkt ging es lange Zeit immer weiter nach oben, bis sich Anfang 2020 plötzlich alles verändert hat.

Das Coronavirus beschäftigt die ganze Welt, und auch die Börsen. Lieferketten werden unterbrochen, Reisen abgesagt und Konsum verschoben. Das wird nicht einfach für die Wirtschaft. Dabei war Deutschlands Wirtschaft bereits vor dem Coronavirus nicht stark.

Es ist sehr schwer, sich genau auszumalen, wie empfindlich die Börsen auf wirtschaftliche Schwäche reagieren werden. Man kann sich einige unschöne Szenarien vorstellen.

Natürlich ist es nie erfreulich, wenn das eigene Portfolio an Wert verliert, aber wenn man einige Dinge beachtet, kann man auch mit schwierigen Börsenphasen gut umgehen. Lade noch heute unseren gratis Bericht Der Bärenmarkt-Überlebensguide herunter, und finde nicht nur heraus, wie du dich auf eine Korrektur vorbereiten kannst, sondern wie du sogar davon profitieren kannst.

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Karl Loomes besitzt Aktien von Royal Dutch Shell. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Karl Loomes auf Englisch verfasst und wurde am 27.04.2020 auf Fool.co.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Motley Fool Deutschland 2020

The Motley Fool
Author: Karl Loomes

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