Es war ein kleiner Coup zum Jahresende. Präsident Erdoğan persönlich stellte am 27. Dezember auf der glitzernden Tribüne zwei schicke Elektroauto-Prototypen vor, die seit 2017 von türkischen Ingenieuren entwickelt wurden. Auf den ersten Blick erinnert mich das alles an die „Libysche Rakete“ von Diktator Gaddafi, die zunächst 1999 und dann im neuen Design 2009 nochmal präsentiert wurde – und später in der Versenkung verschwand.

Handelt es sich also auch hier nur um einen teuren PR-Gag eines abgehobenen Herrschers? Nicht unbedingt: Auf den zweiten Blick hat das türkische Projekt nämlich durchaus Hand und Fuß, wie die folgenden Fakten nahelegen.

Worum es geht

Vor gut zwei Jahren trommelte Erdoğan eine nationale Stoßtruppe zusammen, um die Entwicklung einer türkischen Automarke zu besprechen. Es sollten Elektroautos entstehen, die mit möglichst viel eigener Technik ausgestattet sind und damit die Abhängigkeit von ausländischen Konzernen reduzieren.

Dem Aufruf des Präsidenten folgend wurde ein Konsortium gebildet, das sich TOGG nennt. Gleichzeitig sagte die Regierung angeblich Fördergelder in Höhe von umgerechnet mehr als 3 Mrd. Euro zu, um die Grundlagen zu legen und erste Prototypen entwickeln zu können. Das Ergebnis besteht in einem Crossover-SUV, das im konventionellen, aber durchaus ansprechenden Design daherkommt. Ab 2022 soll es erhältlich sein und etwas später zudem eine ebenfalls vorgestellte Limousine seriengefertigt werden.

Antrieb, Sicherheitssysteme und Innenausstattung entsprechen so weit erkennbar dem aktuellen Standard im Volumensegment und auch bei der Vernetzung und dem Infotainment haben sich die Türken einiges vorgenommen. Was die Reichweite angeht, ist eine Spanne von 300 bis über 500 Kilometer geplant. Damit bezüglich der Zuverlässigkeit keine Zweifel aufkommen, wird eine achtjährige Garantie versprochen.

Darum könnten die Türken damit Erfolg haben

Mit genügend Geld kann wirklich jeder irgendwie einen tollen Prototyp aus dem Boden stampfen. Viele Staatschefs haben den Wunsch, eine eigene Autoindustrie aufzubauen. Aber so einfach ist das nicht. Die Kunst ist, den Übergang in die Serienfertigung zu schaffen und schlagkräftige Vertriebsstrukturen aufzubauen. Dazu braucht es komplette Lieferketten, die erst einmal organisiert werden müssten – gerade in Staaten, die bei null anfangen, ist das eine hohe Hürde.

Unüberwindlich ist diese jedoch nicht, wie etwa das Beispiel Vietnam mit VinFast beweist, einem Hersteller, der Mitte 2019 seine erste Fabrik eingeweiht hat. Das sollte Mut machen, denn was die allgemeine Industrialisierung angeht, ist die Türkei sogar schon deutlich weiter fortgeschritten als Vietnam, wie das etwa dreimal so hohe Bruttoinlandsprodukt belegt.

Neben einer ganzen Reihe von westlichen, japanischen und koreanischen Autobauern, die in dem Land produzieren, haben sich dort auch bereits einige wettbewerbsfähige inländische Nutzfahrzeughersteller entwickelt, darunter BMC, die zum TOGG-Konsortium gehört.

Das heißt, dass das Know-how für eine Serienfertigung längst vorhanden ist und die Zuliefererlandschaft nicht erst angesiedelt werden muss. Zudem sollte es dem erfahrenen Betriebschef Sergio Rocha gelingen, ein effektives Ingenieursteam zu führen, das die weitere Entwicklung zielgerichtet vorantreibt. Rocha ist gebürtiger Brasilianer mit jahrzehntelanger Führungserfahrung bei General Motors (WKN: A1C9CM). Zuletzt war er CEO der Korea-Tochter.

Da Korea dafür bekannt ist, das „Value for Money“-Prinzip perfektioniert zu haben, bin ich zuversichtlich, dass auch TOGG gute Voraussetzungen hat, um den richtigen Mix aus Qualität, Leistung und Preis zu finden. Weitere große Vorteile liegen zum einen im großen Heimatmarkt, den die Türkei bietet, und zum anderen in der strategisch aussichtsreichen geografischen Lage zwischen Europa, dem persisch-arabischen Raum und Zentralasien.

Worauf es jetzt ankommt

Perspektivisch sehe ich eine Absatzregion mit rund einer Milliarde Menschen von Bulgarien bis Tadschikistan, in der TOGG im besten Fall deutliche Marktanteile erobern könnte. Um Oberklassemarken wie Audi, BMW (WKN: 519000) oder Mercedes mache ich mir hier keinerlei Sorgen, aber für westliche Konkurrenten wie die Volkswagen (WKN: 766403)-Tochter ŠKODA, Ford (WKN: 502391) oder Opel könnte hier ein unangenehmer Wettbewerber entstehen, gerade wenn man bedenkt, dass es sich um ein Prestigeprojekt von Erdoğan handelt, das auf verschiedenen Ebenen staatliche Unterstützung erfährt.

Noch ist es aber natürlich längst nicht so weit. Zunächst muss die Fabrik hochgezogen werden und ob dabei alles nach Zeitplan und Budget läuft, ist alles andere als sicher. Und selbst dann werden ŠKODA, Opel und viele andere bereits Tausende Elektrofahrzeuge auf den Straßen haben, sodass es für TOGG eine große Herausforderung wird, als Spätstarter gegenzuhalten.

Auf alle Fälle belebt Wettbewerb das Geschäft und neue Autofabriken bedeuten auch immer gute Geschäftschancen für Maschinen- und Anlagenbauer aus der deutschsprachigen Region. Auch deshalb könnte es sich für aufmerksame Anleger lohnen, diese türkische Initiative weiterhin zu beobachten.

5G: der neue Technologie-Standard läutet eine neue Ära ein. Diese Aktie könnte jetzt von der gigantischen Mobilfunk-Revolution profitieren!

Die 5G Infrastruktur ist noch lange nicht unter voller Last. Und jetzt, kurz BEVOR der richtige Hype um 5G losgeht, können Anleger noch in ein Unternehmen investieren, das eine wesentliche Schlüsselposition bei dieser Basis-Technologie besitzt.

Denke nur an all die neuen Anwendungen und Produkte, die 5G ermöglichen oder verbessern wird: Autonomes Fahren, Industrie 4.0, Smart Cities, Virtuelle Realität, Erweiterte Realität (Augmented Reality) , Big Data, Digitale Gesundheit, und Internet der Dinge. Der visionäre „Vater der Sensoren“ Janusz Bryzek nennt es sogar „das größte Wachstum in der Geschichte der Menschheit“.

Dieses wachstumsstarke Tech-Unternehmen ist hervorragend positioniert, um von diesem Jahrhundert-Trend im Mobilfunksektor jetzt möglicherweise massiv zu profitieren. Es ist das kritische Bindeglied für alle Daten vorstellen, die durch Mobilfunkwellen um die Welt reisen. Facebook, Airbnb, Uber und Lyft gehören bereits zu seinen Kunden.

Wir möchten dir gerne alle Einzelheiten über dieses Unternehmen an die Hand geben. Klick hier für weitere Informationen zu der Aktie, von denen wir glauben, dass sie von diesem Trend profitieren wird.

Fordere unseren neuen kostenlosen Spezialreport „Die Aktie, die von der gigantischen Mobilfunk-Revolution 5G profitieren kann“ jetzt an!

Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW.

Motley Fool Deutschland 2019

The Motley Fool
Author: Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst