Der Goldpreis hat in diesem Jahr definitiv eine kaum zu leugnende Renaissance gefeiert. Zwischenzeitlich kletterte das Preisniveau des Edelmetalls über die Marke von 2.000 US-Dollar je Feinunze. In Anbetracht der Volatilität an den Aktienmärkten ist das kaum verwunderlich.

Schnell sind höhere Kursziele ausgegeben worden. Teilweise ist sogar von einer erneuten Verdopplung des Preisniveaus binnen weniger Jahre die Rede. Ob das so stimmen wird? Foolishe Investoren sind eher skeptisch. Vor allem, weil Gold letztlich auf Angebot und Nachfrage basiert und es ansonsten kaum langfristige Werttreiber gibt. Außer möglicherweise der Inflation.

Letztlich sollten sich Investoren jedoch auch der Risiken bewusst sein. Möglicherweise ist Gold jetzt nicht so sicher, wie man denken könnte. Und das Schlimme daran: Foolishe Investoren können etwas Grundsätzliches über die Chancen und Risiken in Anbetracht dieser Faktoren lernen. Kleiner Spoiler: Gold-Investoren dürfte das jedenfalls kaum gefallen.

Gold und seine kurzfristigen Risiken

Wie das Börsenportal finanzen.net es jetzt ziemlich treffend zusammengefasst hat, könnte es ein paar Risikofaktoren geben, die man zumindest kennen sollte. Eine erste ist die Liquidität. Wobei der Bedarf an liquiden Mitteln zunehmen könnte.

Demnach könne ein Druck im Aktienmarkt auch einen negativen Effekt auf den Goldpreis haben. Händler müssten möglicherweise zwangsweise einige vor allem gehebelte Produkte auf das Edelmetall verkaufen. Eine erste potenzielle Belastung für den Wert des Goldes.

Des Weiteren könnten fehlende geldpolitische Stimuli einen negativen Effekt auf den Goldpreis haben. Die derzeitigen Preisniveaus würden demnach bereits eine höhere Inflation einpreisen. Sollten die Zentralbanken hier enttäuschen und nicht mit geldpolitischen Mitteln (wie erwartet) stützen, so wäre das eine weitere potenzielle Belastung für den Goldpreis.

Zu guter Letzt birgt auch die US-Wahl nach dieser Einschätzung ein Risiko für die Notierung von Gold. Je nach Ausgang der Wahl kann es auch hier zu Volatilität kommen. Kurz- und auch einige mittelfristige Risiken sind daher durchaus vorhanden.

Was Foolishe Investoren jetzt mitnehmen

Diese Liste ist für mich vor allem eins: Ja, ne, na klar, auch ein Indikator für Risiken. Aber vor allem ein weiterer Beleg dafür, dass Gold letztlich schwierig zu analysieren ist. Weder die US-Wahl noch die Geldmarktpolitik oder steigende Liquidität kann zuverlässig analysiert werden. Es bleibt im Endeffekt beim bloßen Gespür für Angebot und Nachfrage. Und dieses Bild kann trügerisch sein.

Unternehmen besitzen hingegen ein Geschäftsmodell, das auf Chancen und Risiken sowie auf Wachstumsmöglichkeiten hin analysiert werden kann. Hier ist man als Investor näher und spezifischer dran. Das erhöht für mich die Treffsicherheit ungemein.

Gold bleibt daher für mich eher ein wenig verlässlich zu analysierender Rohstoff, der weiterhin nix produziert. Gepaart mit den wenigen Möglichkeiten, ernsthaft und einigermaßen wahrscheinlich Rückschlüsse über die Preisentwicklung ziehen zu können, ist der Chance-Risiko-Mix für mich wenig attraktiv.

Ich meide weiterhin Gold!

Anstatt mich daher um Gold, Geldmarktpolitik, den Ausgang der US-Wahl und mögliche Liquiditätsströme an den globalen Weltmärkten zu kümmern, bleibe ich bei dem, was mir mehr Sicherheit gibt: Unternehmen und deren Aussichten sowie Marktchancen. Oder, anders ausgedrückt: Dinge, die ich besser analysieren kann.

The post Gold kein sicherer Hafen mehr? Über Risiken und was sie dir über’s Edelmetall eigentlich verraten appeared first on The Motley Fool Deutschland.

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Author: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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