Nenn mich verrückt, weil ich wie schon häufig diesen Artikel so anfange: Aber Gazprom (WKN: 903276) und Nord Stream 2 bleiben auch weiterhin ein heiß diskutiertes Thema. Neben den US-Sanktionen ist es vor allem die hiesige Kritik an der Pipeline, die Unsicherheit mitbringt. Der Fall Nawalny hat zum Kippen der Stimmung geführt. Und gleichzeitig die europäisch-russischen Beziehungen belastet.

Die Frage, ob der Bau noch gestoppt wird, war plötzlich in aller Munde. War? Ja, möglicherweise. Denn jetzt titeln erste Medien, dass die Bundesregierung einen Baustopp ausschließen würde. Schauen wir einmal, was hier dran ist.

Nord Stream 2: Baustopp kein Thema mehr?

So ist es die Onlineausgabe von Telepolis, die in diesen Tagen titelt: Bundesregierung schließt Baustopp für Nord Stream 2 aus. Telepolis ist ein Angebot von Heise Online, entsprechend eine spannende und belastbare Quelle. Allerdings ist das noch nicht einmal der Casus knacksus.

Wie Telepolis weiter berichtet, habe sich die Bundesregierung jetzt erstmals gegen einen Stopp gestellt und entsprechenden Gerüchten eine deutliche Absage erteilt. Aus einer Stellungnahme, die Telepolis vorliegt, geht hervor, dass die Bundesregierung weder rechtliche Möglichkeiten für einen Baustopp prüfe noch mögliche Schadensersatzforderungen. Das seien für unsere Regierung hypothetische Fragen, zu denen sie sich nicht äußere.

Allerdings kommt dieses Statement zu einem spannenden Zeitpunkt: Der Kreml-Kritiker Nawalny hat sich zuletzt im Rahmen eines Interviews mit der Bild-Zeitung für einen Baustopp ausgesprochen und Altkanzler Gerhard Schröder unter anderem als Laufburschen Putins bezeichnet. Auch in diesem Kontext sollten wir die momentanen Äußerungen daher würdigen.

Klingt das wirklich nach einer Beendigung des Themas …?

Für den Moment können wir daher festhalten: Ein Baustopp von Nord Stream 2 ist kein Thema. Zumindest keines, das rechtlich vonseiten der Bundesregierung vorbereitet wird. Aber ist das wirklich eine belastbare Erkenntnis, auf die wir uns als Investoren ausruhen sollten? Für mich eher nicht, denn die Worte: hypothetische Äußerungen, zu denen man sich derzeit nicht äußere, und das Nicht-Prüfen von rechtlichen Konsequenzen und Schadensersatz überzeugen mich nicht. Zumindest nicht langfristig.

Eigentlich handelt es sich, zumindest für mich, eher um eine aktuelle Wasserstandsmeldung. Wird die Bundesregierung möglicherweise in den kommenden Wochen oder Monaten die rechtlichen Voraussetzungen überprüfen? Das geht aus diesen Äußerungen jedenfalls nicht hervor. Ein Stopp der Diskussion über den Baustopp für die Zukunft ist dieses Statement jedenfalls nicht.

Zwar ist es als positiv zu werten, dass der Stopp und Konsequenzen noch kein Thema sind. Für die Zukunft sollte dieser Indikator jedoch möglicherweise besser mit Vorsicht genossen werden. Nicht, weil die Bundesregierung nicht zuverlässig ist oder so. Nein, sondern einfach, weil sich mir aus diesen Zeilen keine Beendigung der Diskussion zum jetzigen Zeitpunkt erschließt.

Gazprom & Nord Stream 2: Thema noch nicht beendet

Gazprom und Nord Stream 2 dürften daher weiterhin ein belastendes und heiß diskutiertes Thema bleiben. Dass die Bundesregierung keine Sanktionen diesbezüglich prüft, mag für den Moment ein positives Zeichen sein. Allerdings heißt das nicht, dass diese Diskussion beendet ist.

Und so ist es recht wahrscheinlich, dass ich noch ein weiteres Mal einen Artikel mit diesen Worten anfangen werde: Gazprom und Nord Stream 2 sind und bleiben auch weiterhin ein heiß diskutiertes Thema.

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Author: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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