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EA, Activision und Co.: Wieso ich nicht in Videospiele-Aktien investiere

Die Aktien von Spieleentwicklern und -publishern waren langfristig echte Renditebringer: So hat etwa die Aktie von Electronic Arts seit ihrem Tief im Jahr 2012 einen Lauf gehabt, der bis heute ein Kursplus von weit über 700 % einbrachte (Stand: 23. Oktober 2019). Auch andere Akteure wie Activision Blizzard und Ubisoft haben den Markt in diesem Zeitraum deutlich geschlagen.

Die Treiber dieser Entwicklung? Videospiele haben sich immer weiterverbreitet, und die Bereitschaft der Menschen, hierfür Geld auszugeben, hat zugenommen. Der US-Organisation Entertainment Software Association zufolge spielen heute mehr als 155 Millionen US-Bürger Videospiele – das ist knapp die Hälfte aller Einwohner.

Könnte sich diese Entwicklung auch in Zukunft noch fortsetzen, gerade in Schwellenländern? Gut möglich. Doch ich habe einen entscheidenden Grund, weshalb ich mich von Aktien aus der Branche fernhalte.

Ein wesentliches Buffett-Kriterium fehlt

Auch die Investorenlegende Warren Buffett würde diesen Punkt wahrscheinlich anführen, wenn man ihn nach Gründen fragen würde, warum seine Gesellschaft Berkshire Hathaway keine EA-Aktien im Depot hat. Denn eine ganz wesentliche Eigenschaft, nach der Buffett bei seinen Investitionen sucht, findet man bei Videospiele-Unternehmen nur sehr eingeschränkt oder gar nicht: dauerhafte Wettbewerbsvorteile, sogenannte Burggräben.

Klar, ein talentiertes Team an Entwicklern oder der Besitz bestimmter Franchises sind Vorteile, die Spieleentwickler und -publisher für sich nutzen können. Doch während sie es den Unternehmen zwar erlauben, Videospiele mit Kassenschlager-Potenzial zu veröffentlichen, schützen diese Vorteile eben nicht vor der Konkurrenz und sind somit keine klassischen Burggräben.

Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass ein Spiel mit einer so rudimentären Grafik wie Minecraft erfolgreich sein würde? Jahrelang kontrollierte dieses Spiel eine ganze Generation. Auch bei einigen weiteren Hits der letzten Jahre, wie Pokémon GO oder Fortnite, waren die extremen Erfolge im Voraus überhaupt nicht absehbar. Flappy Bird, das im Jahr 2013 quasi über Nacht auf der ganzen Welt bekannt wurde, setzt dieser Reihe die Krone auf.

All diese Spiele kommen außerdem nicht aus großen Studios – Minecraft und Flappy Bird waren zunächst sogar nur Ein-Mann-Projekte. Und doch haben all diese Spiele es zu beeindruckender Bekanntheit gebracht.

Keine Wettbewerbsvorteile, stattdessen Unberechenbarkeit

Zwar haben die Umsätze und Gewinne der bekannten Publisher wenig unter diesen Überraschungserfolgen gelitten. Doch sie demonstrieren, wie unberechenbar Erfolg mit Videospielen ist und wie wenig gesichert die führenden Positionen der großen Publisher sind.

Zudem – und hier wird es für die großen Publisher eher gefährlich – kann diese Unberechenbarkeit auch in die andere Richtung wirken: Denn auch wenn ein Videospiele-Konzept auf dem Papier nach einem absoluten Kassenschlager klingt, können die Spiele in der Praxis die Gamer-Communitys heftig enttäuschen. Schlechte Marketingmaßnahmen oder Öffentlichkeitsarbeit führen außerdem nicht selten zu Shitstorms und Boykotts, ein Phänomen, dem man in kaum einer anderen Branche ausgesetzt ist.

Natürlich besitzt jede Branche und jedes Produkt ein inhärentes, wirtschaftliches Risiko. Kein Produkt kann mit der absoluten Sicherheit auf den Markt gebracht werden, dass es ein Kassenschlager wird. Doch wenn es eindeutige objektive Vorteile gegenüber einem anderen Produkt besitzt und gleichzeitig weniger kostet, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass es ein Erfolg werden wird. Bei Videospielen gibt es wenig, was man als objektiven Vorteil bezeichnen könnte. Die Grafik? Naja – siehe Minecraft und Flappy Bird.

Daher werden es Videospiele-Aktien auch in Zukunft nicht in mein Depot schaffen – was aber nicht heißt, dass sie schlecht abschneiden müssen.

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Offenlegung: Christoph Gössel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Activision Blizzard und Berkshire Hathaway (B-Aktien). The Motley Fool empfiehlt Electronic Arts und Ubisoft Entertainment sowie die folgenden Optionen: Long Januar 2021 $200 Calls auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Short Januar 2021 $200 Puts auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Short Januar 2020 $220 Calls auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).

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Author: Christoph Gössel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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