Die Aktie von E.ON (WKN: ENAG99) entwickelt sich inzwischen wieder zum Musterschüler. Seitdem die Unsicherheiten rund um Kohleausstieg und Zukunft beseitigt sind und sich die Versorger inzwischen ein klareres Profil zugelegt haben, steigt auch die Zuversicht. Und mit ihr natürlich zumindest zeitweise auch der Aktienkurs.

In diesen Tagen ergibt sich zudem eine weitere Wendung. Durch die Übernahme von innogy hat E.ON die eigenen Prognosen massiv erhöht. Aber was ist die Aktie nach diesem Schritt, eine interessante, langfristige Chance oder aber eine Aktie, bei der weiterhin Vorsicht geboten ist?

Ein paar Blicke auf einige Kennzahlen im Kontext der E.ON-Aktie könnten hier einige interessante Blickwinkel offenbaren.

Der Blick auf die aktuellen Prognosen

Wie das Management des Versorgers verkündet hat, laufe die Integration von innogy nach Plan. Demnach ist man offensichtlich nun etwas sprachfähiger geworden, was die Erwartungshaltung für das laufende Geschäftsjahr anbelangt. Und, siehe da, es wird mit einem doch recht beeindruckenden Wachstum gerechnet.

E.ON rechnet für das laufende Geschäftsjahr 2019 nämlich mit einem bereinigten EBIT zwischen 3,1 und 3,3 Mrd. Euro. Der Konzernüberschuss soll demnach zwischen 1,45 und 1,65 Mrd. Euro liegen. Durchaus interessante Zahlen, aber was bedeuten sie genau?

Im vergangenen Geschäftsjahr 2018 kam der Versorger jedenfalls auf ein bereinigtes EBIT in Höhe von rund 3 Mrd. Euro, entsprechend scheint sich hier ein Wachstumskurs abzuzeichnen. Allerdings sollten wir an dieser Stelle natürlich nicht vergessen, dass insbesondere die innogy-Integration hier für Verwässerungseffekte sorgt, eine Vergleichbarkeit ist daher wohl eher begrenzt gegeben.

Nichtsdestoweniger scheint diese Übernahme E.ON definitiv weiter nach vorne zu bringen. Alleine in den ersten neun Monaten des aktuellen Geschäftsjahres kam der Versorger schließlich auf ein EBIT in Höhe von 2,2 Mrd. Euro, entsprechend werden im letzten Quartal offensichtlich Sondereffekte erzielt, die hier das Ergebnis antreiben dürften. Eine Perspektive, die den Investoren mit Sicherheit gefallen dürfte.

Der Blick auf die aktuelle Bewertung

Werfen wir nach diesen Einblicken in die Prognose noch rasch einen Blick auf die aktuelle Bewertung, um auch hier ein Gespür für die momentane Ausgangslage zu bekommen. Im vergangenen Geschäftsjahr 2018 kam E.ON jedenfalls auf einen Gewinn je Aktie in Höhe von 1,49 Euro. Bei einem derzeitigen Kursniveau von 9,28 Euro (29.11.2019, maßgeblich für alle Kurse) beliefe sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis hier daher auf 6,2, was durchaus preiswert ist.

Auch die Dividendenrendite ist bei einer zuletzt gezahlten Ausschüttung in Höhe von 0,43 Euro und dem aktuellen Kursniveau mit 4,63 % vergleichsweise hoch, zumal hier in Anbetracht des Vorjahresgewinns (und der nun möglichen Steigerungen?) weiteres Dividendenwachstum vorprogrammiert sein könnte. Zumal sich das Ausschüttungsverhältnis hier derzeit auf lediglich 29 % beläuft.

E.ON wird bei einem 2018er-Jahresumsatz in Höhe von 13,84 Euro aktuell kurstechnisch außerdem unterhalb der jährlichen Erlöse gehandelt. Viel könnte gegenwärtig darauf hindeuten, dass die E.ON-Aktie nicht teuer bepreist ist.

Eine spannende Ausgangslage!

Die Aktie des DAX-Versorgers könnte sich daher in einer interessanten Ausgangslage befinden. Das Bewertungsmaß ist günstig und durch die Übernahme des ehemaligen Konkurrenten innogy könnte sich aus dem Stegreif ein gewisses Wachstumspotenzial ergeben. Gewiss ein spannendes Szenario.

Natürlich sollten Investoren hier auch die angestiegene Schuldenlage im Auge behalten, doch, wer weiß, für Foolishe Value- und Dividendenjäger könnte die E.ON-Aktie möglicherweise einen Blick wert sein.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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Author: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst