Die Aktie der Allianz (WKN: 840400) galt lange als stabiler Corona-Performer, zumindest gemessen an den Prognosen für das laufende Geschäftsjahr. Bislang gab es lediglich die Marschroute, dass Investoren sich wohl eher nicht auf ein Rekordjahr einstellen sollten. Was das jedoch bedeuten sollte, blieb unklar. Zumindest bist jetzt.

Doch auch gemessen an den Kapitalrückführungen gab es hier weiterhin reichlich Stabilität. Den EU-Aufsichtsbehörden zum Trotz wird im Rahmen der aktuellen Dividendensaison eine sogar erhöhte Dividende von 9,60 Euro je Anteilsschein ausgezahlt. Damit ist der Münchener Versicherer ein wichtiger Teil der Stabilität im ausschüttenden Teil des DAX.

Jetzt allerdings erhalten wir eine gefühlt etwas überfällige Einschätzung zum operativen Verlauf in diesem Jahr. Sowie einen ersten Einblick in das erste Quartal. Schauen wir einmal, was Investoren jetzt diesbezüglich wissen sollten.

So sehen die ersten Erkenntnisse aus

Wie die Allianz für das erste Quartal verkündet hat, fällt das operative Ergebnis mit rund 2,3 Mrd. Euro bedeutend niedriger aus als noch im Vorjahr. Für das Gesamtjahr könnte das ein operatives Ergebnis auf annualisierter Basis von ca. 9 Mrd. Euro bedeuten. Wobei die Auswirkungen im zweiten Quartal womöglich noch stärker werden könnten. Das führt derzeit zu Überlegungen, ob sich das operative Ergebnis womöglich im mittleren bis höheren einstelligen Milliardenbereich einpendeln könnte. Nach einem Rekordergebnis im letzten Jahr von ca. 11,9 Mrd. Euro wäre das ein ordentlicher Rückgang.

Die Allianz selbst jedenfalls quantifiziert die Auswirkungen des Coronavirus noch nicht konkreter. Lediglich dass ein operatives Ergebnis in Höhe von 12 Mrd. Euro plus/minus der üblichen Spanne von 500 Mio. Euro nicht erzielt werden kann, konstatierte der Münchener Versicherer ein weiteres Mal. Vielleicht wird es in der zweiten Jahreshälfte etwas mehr Klarheit bezüglich der Prognosespanne geben.

Fest steht jedenfalls: Das operative Ergebnis ist eingebrochen und wird noch weiter einbrechen. Die Prognose für das Gesamtjahr steht nicht fest. Allerdings wird es immer noch ein Jahr werden, in dem die Allianz weiterhin profitabel bleiben wird. Auch hierfür ist das erste Quartal ein Beleg, das mit einem operativen Ergebnis von immerhin 2,3 Mrd. Euro unterm Strich positiv geblieben ist.

Was bedeutet das für Investoren?

Die spannendere Frage ist nun jedoch, was das für alle Investoren der Allianz bedeuten wird. Grundsätzlich können wir vermutlich davon ausgehen, dass das Coronavirus zu einem eher einmaligen Knick im operativen Verlauf führen wird. Bislang wandelte der Münchener Versicherer schließlich eher auf rekordverdächtigen Spuren. Sowie auf einem moderaten Wachstumskurs.

Für die Dividendenperle wird vermutlich vieles beim Alten bleiben: Die Dividendenpolitik sieht schließlich auch für schwächere Jahre eine stets zumindest konstante Ausschüttung vor. Und das Coronavirus dürfte ein Jahr werden, in dem die Allianz von ihrer eigentlichen Richtlinie der 50%igen Ausschüttung gemessen am Gewinn abweichen wird.

Des Weiteren könnten ab diesem Zeitpunkt auch die Aktienrückkäufe wieder aufgenommen werden, die jetzt kurzfristig gestoppt wurden. Der kurzfristige Einbruch könnte daher eine Chance sein: Sowohl für langfristig orientierte Investoren als auch für die Allianz selbst, die effizientere Kapitalmaßnahmen beschließen kann.

Ein leicht schwächeres Geschäftsjahr 2020

Das Geschäftsjahr 2020 wird für die Allianz entsprechend nicht rekordverdächtig. Das hat sich allerdings bereits im Vorfeld abgezeichnet, wobei der große und katastrophale Einbruch augenscheinlich ausbleiben wird. Der DAX-Versicherer dürfte jedenfalls profitabel bleiben.

Die Kapitalrückführungen bleiben stabil und vor allem bei der Dividende konstant. Das wird sich auch im kommenden Jahr fortsetzen. Eigentlich bleiben die Auswirkungen daher vergleichsweise gering.

The post Dividendenaktie Allianz: Das Jahr 2020 ist (operativ) gelaufen – was bedeutet das? appeared first on The Motley Fool Deutschland.

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Vincent besitzt Aktien der Allianz. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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Author: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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