In den letzten Jahren wurde viel über die Wiedereinführung der Vermögenssteuer diskutiert. Manche sind der Ansicht, dass der Wohlstand in Deutschland zu konzentriert ist und sich das nur durch eine Umverteilung von Besitz lösen lässt. Tatsächlich hat die Schweiz sogar schon eine Vermögenssteuer (liegt dafür aber bei anderen Steuern wirklich niedrig).

Es wurde auch in Deutschland lange Zeit eine Vermögenssteuer erhoben. Diese wurde 1997 aber ausgesetzt, weil es vielen unfair erschien, dass Immobilienvermögen nicht berücksichtigt wurde. Das ist für mich eine sehr nachvollziehbare Logik, denn wenn man Steuern auf Vermögen erhebt, sollte es auch um das ganze Vermögen gehen, sonst ist derjenige im Vorteil, der wertvolle Gemälde an der Wand und teuren Schmuck in der Schublade hat,anstatt in Wertpapiere zu investieren oder sein Geld einfach auf der Bank zu lagern. Um wirklich fair zu sein, müsste das Finanzamt jede Diamantenkette einer betagten Dame schätzen lassen.

Nicht nur die praktische Umsetzung der Steuererhebung macht die Sinnhaftigkeit in meinen Augen fraglich, ein weiterer Punkt ist mindestens genauso wichtig: Es gibt schon eine Art von Vermögenssteuer – sie nennt sich Inflationsziel. Die Europäische Zentralbank hat dies so formuliert: „Der EZB-Rat verfolgt das Ziel, die Inflationsrate auf mittlere Sicht unter, aber nahe 2 % zu halten.“

Das heißt, dass die EZB versucht, unser Geld jedes Jahr um circa 2 % zu entwerten. Was wiederum heißt, dass man zwar auf der Bank sammeln kann, so viel man will, aber dieses Geld in Zeiten von Nullzinsen stetig an Kaufkraft verlieren wird. Die EZB könnte auch ein Inflationsziel von 0 % haben, aber sie hat sich, wie viele andere Zentralbanken auch, bewusst dafür entschieden, eine langsame, aber stetige Geldentwertung, die einer indirekten Vermögenssteuer gleichkommt, anzustreben.

Das ist auch gut so. Besonders wer reich ist, sollte einen Anreiz haben, sein Vermögen nicht einfach nur zu horten. Stattdessen sollte Geld auf der Suche nach Renditen in Anleihen, Aktien, neue Firmen und vieles mehr fließen oder einfach ausgegeben werden, damit sich das Rad der Wirtschaft kräftig dreht. Inflation ist wie eine Strafsteuer fürsNichtstun.

Zumindest aktuell nagt an deutschen Vermögen keine direkte Steuer auf ihre Substanz, aber die Inflation wird langfristig am Wert des Geldes nagen wie eh und je. Sie ist zwar keine offizielle Steuer, aber erfüllt eine ähnliche Aufgabe.

Schauen wir uns die Top-Artikel von Fool.de der letzten Woche an!


Die Vermögenssteuer gibt es schon

Foto: Getty Images

Top-Aktien für Oktober


Foto: Getty Images

9.600 € Dividende pro Jahr? So rettest du auch deine Rente!


Foto: The Motley Fool

5.000 Euro vor 20 Jahren in die Adidas-Aktie investiert? So sähe heute das Ergebnis aus!


Foto: Coca-Cola

Coca-Cola schüttet 1.248 US-Dollar Dividende an Warren Buffett aus – jede Minute!


Foto: Getty Images

3 Aktien unter 10 US-Dollar, die bereit sind, im Jahr 2021 durchzustarten


The post Die Vermögenssteuer gibt es schon appeared first on The Motley Fool Deutschland.

Buffetts Mega-Milliardenwetten zum Nachahmen

Bis zu 130 Mrd. US-Dollar investiert Investorenlegende Warren Buffett in nur ein einziges Unternehmen. Das zeugt von riesigem Vertrauen in das Zukunftspotential.

Buffett hat so einige Mega-Milliardeninvestments in seinem Portfolio. Wir haben sie näher analysiert, und angesehen, inwieweit sie sich zum Nachahmen eignen.

Du kannst alle Details und unsere Tipps dazu erfahren, indem du unseren kostenlosen Spezialreport hier anforderst.

Motley Fool Deutschland 2020

The Motley Fool
Author: Marlon Bonazzi, Chefredakteur und Analyst für internationale Aktien

Schreiben Sie einen Kommentar