Shell (WKN: A0D94M)-Aktien sind in den letzten Monaten ganz besonders unter Druck geraten (08.05.2020). Grund war zum einen die bereits 2019 einsetzende Wirtschaftsabschwächung, die im Februar und März dieses Jahres in einer Wirtschaftsschließung und einem Ölpreisverfall ihren vorläufigen Höhepunkt fand.

Shell baut sein Geschäft um

Klammern wir diese Ereignisse einmal aus, konnte die Shell-Aktie aber schon seit dem Jahr 2000 kein neues Hoch mehr erreichen und dies hat ganz andere Gründe. Wir befinden uns in einer Zeitenwende, weg von Erdöl und fossilen Brennstoffen hin zu umweltfreundlichen Techniken.

Das weiß auch Shell und investiert deshalb zunehmend in grünen Wasserstoff. Er könnte zum Erdöl der Zukunft werden. Die Erdölriesen müssen ihr Geschäftsmodell ändern, was für diese Aktien zukünftig ein eher schwieriges Umfeld bedeutet. Shell hat sich vorgenommen, bis zum Jahr 2050 seinen Kohlendioxidausstoß neutral zu gestalten.

Wie dies gelingen soll, zeigt das folgende Projekt. So wird der Konzern im Hafen von Rotterdam eine Anlage errichten, die mithilfe von Windenergie (aus dem Offshore-Park „Hollandse Kust Noord“) grünen Wasserstoff erzeugen wird. Shell hatte sich zuvor an einer Ausschreibung für den Windpark beteiligt. Die Inbetriebnahme der Wasserstoffanlage ist für 2023 geplant. Dann werden täglich 50 bis 60 Tonnen an grünem Wasserstoff produziert.

Über Pipelines wird der Wasserstoff dann zu Shells Raffinerie in Pernis transportiert, um dort bei der Kraftstoffproduktion pro Jahr 200.000 Tonnen Kohlendioxid einzusparen und als direkter Treibstoff für Lkws zu dienen. Zudem ist über Gasunies-Wasserstoffnetzwerk eine Weiterverteilung über das ganze Land geplant. Rotterdam plant zudem den Aufbau eines Wasserstoffnetzwerkes und -Terminals, um die Industrie zu beliefern und einen entsprechenden Handel (ähnlich wie mit Öl) aufzubauen.

Das ist erst der Anfang von Shells großen Wasserstoff-Investments. So plant der Konzern zusammen mit Gasunie bereits den Bau eines Windparks („NortH2“) vor der Groningener Küste mit einer Leistung von bis zu 10.000 Megawatt.

Diese Entwicklungen zeigen, wohin sich Shell zukünftig entwickeln wird und dass Wasserstoff für die Industrie wesentlich wird. Ob der Konzern dann aber noch so hohe Dividenden wie in der Vergangenheit ausschütten kann, ist fraglich, denn Windparks erfordern hohe Investitionen und grüner Wasserstoff wird zukünftig wahrscheinlich sehr günstig und von vielen Anbietern produziert werden.

Plug Power wächst trotz Krise

Plug Power (WKN: A1JA81) meldete unterdessen seine Ergebnisse für das erste Quartal 2020. In diesem stiegen die Bruttoeinnahmen von 22,8 auf 43 Mio. US-Dollar. Dabei konnten über 1.000 Brennstoffzellensysteme verkauft werden. Operativ bleibt das Unternehmen mit -25,9 Mio. US-Dollar aber weiterhin unprofitabel (Vorjahresquartal: -20,5 Mio. US-Dollar).

Für das Gesamtjahr 2020 plant Plug Power weiterhin Umsätze in Höhe von 300 Mio.US-Dollar. Dies würde trotz Wirtschaftskrise einer Steigerung von 25 % entsprechen. Die Nachfrage von Firmen, die nicht von der Wirtschaftsschließung betroffen sind oder Onlinehandel betreiben, ist ungebrochen hoch, während der Bedarf aus dem Autosektor derzeit sinkt. Sie sollte sich allerdings nach der Wirtschaftsöffnung wiederbeleben. Plug Power erzielt etwa 30 % seiner Umsätze mit langfristigen Verträgen, die das Geschäft stützen.

Das Unternehmen bleibt bei seiner langfristigen Prognose, bis 2024 einen Umsatz von 1 Mrd. US-Dollar und operativ 170 Mio. US-Dollar zu verdienen.

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Author: Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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