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Der bessere Kauf: Amazon vs. Costco

Amazon (WKN: 906866) und Costco (WKN: 888351) sind im Moment zwei der einflussreichsten Einzelhändler. Das Wachstum von Amazon hat die Angst im gesamten Einzelhandelssektor geschürt. Doch trotz dieses Erfolgs florierte Costco inmitten des Ansturms von Amazon und hat in den letzten fünf Jahren sowohl den Nettoumsatz als auch die Mitgliederzahl jedes Jahr weiter gesteigert.

Diesen Unternehmen ist es jedoch gelungen, zwei völlig unterschiedliche Wege einzuschlagen. Amazon hat ein E-Commerce-Imperium aufgebaut, das sich über Nordamerika und einen Großteil der Welt erstreckt. Es kann vermeintlich jeden Artikel anbieten und die meisten seiner Waren in kurzer Zeit versenden. Doch selbst mit Whole Foods und einigen Amazon-Markengeschäften bietet es nur wenig für diejenigen, die in einem physischen Geschäft einkaufen wollen oder müssen.

Costco hat seine Anhängerschaft durch physische Standorte aufgebaut. Dadurch ist Costco in der Lage, sowohl Vor-Ort- als auch Online-Shopping-Optionen anzubieten. Es wird jedoch nur eine begrenzte Anzahl von Artikeln verkauft. Außerdem stellt das Unternehmen weniger Optionen für den schnellen Versand zur Verfügung.

Aufgrund dieser unterschiedlichen Ansätze kann man Amazon und Costco nicht so gut miteinander vergleichen, wie manchmal vermutet wird. Durch eine Gegenüberstellung ihrer Profitabilität, ihres Wachstums und ihrer Finanzkennzahlen können sich Investoren jedoch besser vorstellen, welche Aktie dieser Einzelhändler eine höhere Rendite erzielen könnte.

Das Erwirtschaften von Gewinnen

Obwohl der Einzelhandel den Großteil von Amazons Einnahmen generiert, macht er doch nur einen kleinen Teil des Unternehmensgewinns aus (sofern das Einzelhandelsgeschäft überhaupt einen positiven Gewinn ausweist).

Stattdessen kommt der Großteil des Gewinns von Amazon Web Services (AWS), dem Cloud-Service des Unternehmens. In zunehmendem Maße nutzt Amazon seine Website auch für den Verkauf von Anzeigen. Dies macht Amazon in vielerlei Hinsicht mehr zu einem Technologieunternehmen als zu einem Einzelhändler. Folglich betrachten viele Amazon heute als einen Mischkonzern.

Das Geschäftsmodell von Costco funktioniert anders. Kunden müssen für jeden Kauf bei Costco einen jährlichen Mitgliedsbeitrag bezahlen. Diese Einnahmequelle stellt für das Unternehmen fast puren Gewinn dar.

Im Gegenzug verlangt das Unternehmen jedoch in der Regel kaum mehr als die anfallenden Kosten der verkauften Waren und Gemeinkosten, was bedeutet, dass Costco mit dem, was seine Kunden kaufen, wenig Geld verdient. Costco bietet in vielen Fällen auch einen kostenlosen Versand an, obwohl es Tage dauern kann, bis das Produkt ankommt.

Quellen des Wachstums

Nichtsdestotrotz hat Amazon die Führung bei der Bewältigung des Gewinnwachstums außerhalb des Einzelhandels übernommen. Seine Einnahmequelle erlaubt es dem Unternehmen, der typischen Regel zu trotzen, dass Größe hohe Wachstumsraten erschwert (da ein Prozentpunkt Wachstum im Laufe der Zeit immer höhere absolute Niveaus des Gewinnwachstums erfordert). Da Amazons Haupteinnahmequelle, AWS, nur einen relativ kleinen Teil der Einnahmen des Unternehmens ausmacht, ist ein massives Gewinnwachstum für ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von etwa 1,19 Billionen Dollar vergleichsweise einfach geworden.

Bei einer Marktkapitalisierung von 135 Milliarden Dollar hat die geringere Größe von Costco nicht unbedingt Wachstumsvorteile gebracht. Dennoch bietet sie zumindest international einen beträchtlichen Expansionsspielraum. Costco betreibt Lagerhäuser in den meisten größeren Metropolregionen der USA. Daher muss das Unternehmen möglicherweise in kleinere Märkte eindringen, die derzeit von Walmarts Sam’s Club dominiert werden, um ein kontinuierliches Wachstum im Inland zu ermöglichen. Costco war jedoch in Europa, Ostasien und Australien erfolgreich, mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum, ähnlich zu den Ergebnissen in den USA und Kanada. Aufgrund dieses Erfolgs auf dem Auslandsmarkt bereitet das Thema der Sättigung für das Unternehmen in naher Zukunft keine Sorge.

Finanzkennzahlen

Sicherlich treiben Gewinnsteigerungen weiterhin die Aktienkurse beider Unternehmen in die Höhe. Die Aktien von Amazon sind in den letzten fünf Jahren erheblich gestiegen. Nichtsdestotrotz sehen beide Aktien auf der Grundlage ihres Kurs-Gewinn-Verhältnisses preisgünstig aus. Das KGV von Amazon lag kürzlich bei 81,3. Das Forward-Multiple von Costco ist mit etwa 32,5 deutlich niedriger.

Die Leistungsversprechen der beiden Unternehmen erscheinen jedoch nach Betrachtung des potenziellen Gewinnwachstums unterschiedlich. Für Amazon prognostizieren Analysten ein jährliches Gewinnwachstum von 34 % in den nächsten fünf Jahren. Dies liegt deutlich über den 6,56 % pro Jahr, die für Costco im gleichen Zeitraum erwartet werden. Daher liegt das PEG (Kurs-Gewinn-Verhältnis geteilt durch Gewinnwachstum) bei Amazon bei 2,4, verglichen mit fast 5 bei Costco. Daher scheint Amazon aus Geld mehr Wachstum generieren zu können.

Da Amazon jedoch keine Dividenden anbietet, ist Costco der klare Gewinner in diesem Bereich. Costcos aktuelle Quartalsdividende beträgt 2,80 Dollar pro Aktie, jährlich. Diese Ausschüttung ist in 16 aufeinanderfolgenden Jahren gestiegen. Zusätzlich zahlt Costco gelegentlich eine Sonderdividende. Die jüngste – eine einmalige Zahlung von 7 Dollar pro Aktie – kam 2017. Die reguläre Dividende liegt jedoch bei etwa 0,9 % und damit deutlich unter dem S&P-500-Durchschnitt von etwa 2 %.

Amazon oder Costco?

Sowohl die Amazon-Aktie als auch die Costco-Aktie bieten ein stetiges Wachstum, das durch solide Unternehmen unterstützt wird. Langfristig dürften Amazon und Costco für ihre Aktionäre erhebliche Renditen erwirtschaften.

Der Einzelhandel ist jedoch ein hartes Geschäft, das den Aktionären hauchdünne Renditen bietet. Aus diesem Grund gereicht es Amazon sehr zum Vorteil, sich darauf verlassen zu können, dass AWS den Großteil des Unternehmensgewinns erwirtschaftet. Dies hat Amazon in den letzten Jahren zu einem viel schnelleren Wachstum verholfen und dieses rasche Wachstum scheint sich fortsetzen zu wollen. Aus diesem Grund würde ich empfehlen, in die Amazon-Aktie zu investieren, wenn ich mich zwischen den beiden entscheiden müsste.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Tochtergesellschaft von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Will Healy besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon. The Motley Fool empfiehlt Aktien von Costco Wholesale and empfiehlt die folgenden Optionen: Short Januar 2022 $1940 Calls auf Amazon und Long Januar 2022 $1920 Calls auf Amazon.

Dieser Artikel wurde von Will Healy auf Englisch verfasst und wurde am 10.05.20202 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Motley Fool Deutschland 2020

The Motley Fool
Author: Will Healy

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