Es ist Berichtssaison und auch die Öl- und Erdgaskonzerne präsentieren inzwischen ihre Zahlen für das abgelaufene dritte Quartal des aktuellen Geschäftsjahres. BP (WKN: 850517) hat in diesem Sinne die eigenen Bücher geöffnet, was eine gewisse Signalwirkung für Konkurrenten haben könnte. Beispielsweise für Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S), das ebenfalls in wenigen Tagen seine frischen Zahlen präsentieren wird.

BP musste jedenfalls einen Gewinneinbruch verkünden, was in diesen Tagen ein wenig auf die Stimmung drückt. Aber was heißt das für Royal Dutch Shell, das sich bereits im zweiten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat? Eine spannende Frage, die förmlich nach einer Foolishen Antwort schreit.

Zahlen, Daten, Fakten

Doch bevor es um den britisch-niederländischen Öl- und Erdgasmulti geht, blicken wir zunächst auf den britischen Konzern. BP hat innerhalb der vergangenen drei Monate einen Einbruch bei den Umsätzen von 14 % auf 68,3 Mrd. US-Dollar hinnehmen müssen. Der Betriebsgewinn ging hierbei bereinigt sogar um 40 % auf 2,3 Mrd. US-Dollar zurück, was definitiv nicht unerheblich ist.

Netto wies BP unterm Strich sogar einen Verlust in Höhe von 750 Mio. Euro aus, da der britische Ölkonzern wegen Abschreibungen in Höhe von 2,6 Mrd. US-Dollar in die roten Zahlen gerutscht ist. Nichtsdestoweniger handelt es sich hierbei lediglich um einen Einmaleffekt, der bei einem Ausbleiben zu einem positiven Nettogewinn geführt hätte.

Zurückgeführt werden kann diese insgesamt eher durchwachsene Entwicklung auf die niedrigeren Ölpreise. In den vergangenen drei Monaten zwischen Juli und September belief sich der durchschnittliche Preis der Sorte Brent auf lediglich knapp über 60 US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum wurde hingegen teilweise die Marke der 80 US-Dollar je Barrel gerissen, was natürlich eine nicht gerade vorteilhafte Ausgangslage gewesen ist.

Was müssen Investoren von Royal Dutch Shell befürchten?

Viele Investoren von Royal Dutch Shell dürften nun ordentlich die Stirn runzeln, denn immerhin hat der britisch-niederländische Öl- und Erdgaskonzern im zweiten Quartal bereits deutlich schwächere Zahlen im Vergleich zu BP präsentiert. Das Ergebnis je Aktie hat nicht einmal ausgereicht, um hier die Dividende zu decken. Ein solches Szenario scheint auch weiterhin wahrscheinlich, zumal BP im zweiten Quartal noch deutlich besser abgeschnitten hat.

Nichtsdestoweniger können wir an dieser Stelle glücklicherweise Einmaleffekte ausklammern, was zu einer etwas positiveren Sicht führen könnte. Einerseits selbstverständlich den von BP, der Royal Dutch Shell nicht beeinflussen wird. Andererseits auch den Sondereffekt, den der Muschel-Konzern im letzten Quartal in seinem Zahlenwerk ausweisen musste. Unter anderem Rückstellungen belasteten hier das Ergebnis und sofern diese nun ausbleiben, könnte das Zahlenwerk entsprechend besser sein.

Trotzdem werden sich die niedrigeren durchschnittlichen Ölpreise auch bei Royal Dutch Shell bemerkbar machen und im Jahresvergleich Spuren im Zahlenwerk hinterlassen. Wie groß diese ausfallen und ob die Dividende zumindest im dritten Quartal vom Gewinn gedeckt sein wird, bleibt daher das große Rätsel.

Wenige Tage müssen wir uns noch gedulden!

Letztlich müssen wir uns jedoch noch einige Tage gedulden, bis wir hier mehr Klarheit haben. Royal Dutch Shell wird nämlich am Donnerstag dieser Woche seine Zahlen präsentieren und die Hoffnung, dass der britisch-niederländische Konzern die Investoren nicht Halloween-mäßig verschreckt, bleibt zumindest bestehen.

Mal sehen, inwiefern der Öl- und Erdgasmulti hier liefern kann. Mit BP haben wir jedoch einen kleinen Vorgeschmack bekommen, der den Investoren zumindest eine Vorwarnung sein kann.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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Author: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst