Um eine vernünftige Rendite am Aktienmarkt zu erzielen, ist es notwendig, Aktien nicht überteuert zu kaufen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) wird dabei häufig als einfaches und schnelles Messinstrument benutzt, um eine Aktie als günstig oder teuer einzustufen.

In der Vergangenheit ist auf Fool.de ein Artikel über die billigsten Aktien aus dem DAX erschienen. Der Titel lautete Dogs of the Dax und stellte die zehn günstigsten Aktien vor, gemessen an der Dividendenrendite.

Heute schauen wir allerdings nicht auf die Dividendenrendite, sondern primär auf das KGV. Als Resultat erscheinen die Unternehmen Lufthansa (WKN: 823212) und BMW Group (WKN: 519000) ganz weit vorne. Lasst uns nun einmal überlegen, welches dieser beiden Unternehmen auch wirklich ein interessantes Investment für einen Fool sein könnte.

BMW Group

Die BMW Group ist einer der weltweit führenden Hersteller von Premiumautomobilen und Motorrädern sowie ein Anbieter von Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen.

Im Geschäftsjahr 2018 lieferte der Münchner Konzern 2,49 Mio. Autos sowie 166.000 Motorräder aus und generierte so einen Konzernumsatz von 97,5 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis vor Finanzergebnis (EBIT) belief sich auf 9,1 Mrd. Euro.

Mit einem Ergebnis je Stammaktie von 10,82 Euro sowie einer Dividende für die Stämme von 3,50 Euro errechnet sich ein KGV von 6,8 sowie eine Dividendenrendite von 4,7 % (Xetra-Schlusskurs am 06.12.2019 von 73,79).

Auch wenn die deutschen Autobauer gut ins vierte Quartal gestartet sind, so befindet sich die deutsche Automobilindustrie in einem tiefgreifenden Wandel – dem Wandel zur E-Mobilität. Zusätzlich belastet eine weltwirtschaftliche konjunkturelle Abkühlung die Automobilindustrie.

In den letzten Quartalszahlen (Q3/2019) der BMW Group kann man hiervon noch nichts erkennen. Die Konzernumsatzerlöse stiegen im dritten Quartal um 7,9 %. Auch das Ergebnis je Aktie erhöhte sich um 11,6 %. Erwartet wird für das Gesamtjahr 2019 ein solider Anstieg im Segment Motorräder sowie ein leichter Anstieg bei den Auslieferungen im Automobilsegment. 

Trotz der geplanten Absatzsteigerung wird mit einem deutlichen Rückgang beim Ergebnis gerechnet. Hintergrund ist hier eine Belastung aus der Rückstellung im Zusammenhang mit einem laufenden Kartellverfahren, das die ursprüngliche Prognose der EBIT-Marge von 6 bis 8 % um 1 bis 1,5 Prozentpunkte belastet.

Lufthansa

Lufthansa ist ein weltweit agierender Luftverkehrskonzern. Im Geschäftsjahr 2018 erzielte die führende deutsche Flug-Airline Umsatzerlöse in Höhe von 35,8 Mrd. Euro. Das Ergebnis je Aktie erreichte einen Wert von 4,58 Euro, von dem eine Dividende in Höhe von 0,80 Euro ausgeschüttet wurde. Gemessen am Kurs von 17,02 Euro errechnet sich so ein sehr niedriges KGV von 3,7. Die Dividendenrendite beläuft sich auf 4,7 % (Xetra-Schlusskurs vom 06.12.2019)

Auch wenn die Aktie der Lufthansa in den letzten Monaten wieder etwas Boden gutgemacht und sich damit von den Jahrestiefstständen aus dem August erholt hat, bleibt die Aktie immer noch eine der günstigsten Werte im DAX.

Der Ausblick für das Gesamtjahr 2019 sieht trotz eines erwarteten Ergebnisrückgangs relativ positiv aus. Erwartet wird hier ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich sowie eine Adjusted (bereinigte) EBIT-Marge zwischen 5,5 und 6,5 %. Im Geschäftsjahr 2018 belief sich die bereinigte EBIT-Marge mit 8,3 %noch auf einem hohen Niveau.

Selbst mit einem deutlichen Ertragsrückgang bleibt die Kranich-Airline – gemessen an der Marktkapitalisierung von 8,1 Mrd. Euro (Stand: 06.12.2019) – eine wahre Value-Aktie des deutschen Kapitalmarktes.

Fazit

Die beiden Unternehmen BMW und Lufthansa verfügen aktuell über sehr niedrige KGVs, gemessen an den 2018er-Ergebnissen. Allerdings muss man anmerken, dass für das laufende Jahr 2019 für beide Unternehmen ein starker Ertragsrückgang vom Management prognostiziert wurde. Aber selbst nach diesen Ergebnisrückgängen bleiben die Gesamtbewertungen auf einem niedrigen Niveau.

Ob eine der beiden Aktien daher ein günstiges Schnäppchen ist, ist besonders eine Frage der langfristigen Zukunftsaussichten. BMW könnte hier im Bereich der E-Mobilität einer doch unsicheren Zukunft entgegengehen. Auch die Lufthansa könnte einigen Gegenwind durch die Klimadiskussion bekommen. Außerdem sind die Ergebnisse des Unternehmens stark von den Energiepreisen abhängig. Eine konjunkturelle Delle würde schließlich beide Unternehmen treffen.

Was am Ende passiert, wird die Zeit mit sich bringen. Fakt ist allerdings, dass an der Börse selten ein Unternehmen günstig und ohne Risiko zu bekommen ist.

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Frank Seehawer besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW. 

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Author: Frank Seehawer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst