Der Bitcoin spaltet weiterhin Investoren und Spekulanten. Weiterhin existieren ambitionierte Kursziele, die die digitalen Goldschürfer regelrecht in Ekstase versetzen. Sowie in letzter Zeit vor allem Vergleiche zum Edelmetall Gold, die möglicherweise etwas Substanz haben könnten. Wobei Investoren sich fragen sollten, warum ausgerechnet eine „Währung“ als sicherer Hafen fungieren sollte. Und nicht als Tauschmittel.

Wie auch immer: Trotz teilweise vorhandener Kritik existieren auch Analysten, die sich fundamental und kurstechnisch mit dem Bitcoin-Kurs auseinandersetzen und neue Kursziele ausrufen. Eine neue Prognose: 100.000 US-Dollar bis zum Jahre 2025.

Schauen wir im Folgenden einmal, was die Gründe für diesen signifikanten Kursanstieg sein sollen und warum ich skeptisch bin, was ein solches Kurspotenzial angeht.

Bitcoin: 100.000 US-Dollar bis 2025

Genauer gesagt ist es mit Mike McGlone sogar ein Analyst aus dem Hause Bloomberg, der jetzt ein solches Kursziel ausgerufen hat. Seine Begründung für diese ambitionierte Prognose fußt dabei auf zwei wesentlichen Säulen: dem Aktienkurs und ausgewählten Fundamentaldaten.

So prognostiziert der Bloomberg-Analyst, dass eine Preisentwicklung von 100.000 US-Dollar historisch zu begründen sei. Zwischen den Jahren 2013 und 2017 sei die digitale Münze bereits von 1.000 US-Dollar auf 10.000 US-Dollar gestiegen. Bei einer normalen Reifung des Marktes sei ein Kursziel von 100.000 US-Dollar die folgerichtige Fortschreibung dieses Trends. Wobei der Bloomberg-Analyst fairerweise auch ein Korrekturpotenzial von 80 % zwischenzeitlich erwähnt.

Allerdings gebe es neben diesem Malen-nach-Zahlen-Indikator auch fundamentale Gründe, weshalb der Bitcoin ein solches Kursziel erreichen könne. Die derzeitige Marktkapitalisierung in Höhe von 200 Mrd. US-Dollar ist zu klein für die führende Kryptowährung. Vor allem, wenn führende Institutionen wie Zentralbanken ebenfalls auf Kryptowährungen setzen sollten. Sofern die Akzeptanz hier steigen würde, könnte sich der Bitcoin zu einer Art digitales Gold entwickeln, was eine deutlich höhere Marktkapitalisierung rechtfertige.

Der Foolishe Blick …

Grundsätzlich wirkt die Analyse zunächst sehr tiefgründig. Trotzdem basieren wesentliche Eckpfeiler dieser These auf der Charttechnik beziehungsweise weiterer Euphorie innerhalb des Kryptomarktes. Das gilt es für Foolishe Investoren zu würdigen.

Eine Verzehnfachung nach Charttechnik kann ein logischer Schluss sein. Der Blick auf die Fundamentaldaten zeigt jedoch ein ziemlich spannendes Bild: Für eine weitere Verzehnfachung müssten schließlich weitere 1.800 Mrd. US-Dollar in den Markt gepumpt werden, damit sich die Marktkapitalisierung auf 2 Bio. (!) US-Dollar beläuft. Definitiv eine ambitionierte fundamentale Prognose, die wir hier sehen. Diese benötigt, wie gesagt, viel Optimismus.

Zudem sollten wir das Risiko nicht unerwähnt lassen: Insbesondere das Szenario, dass Zentralbanken einen eigenen digitalen Euro oder US-Dollar herausbringen, kann als Risiko und Konkurrenz betrachtet werden. Eine Euphorie-Bremse im Kryptomarkt ist definitiv möglich. Zumal der Markt durch Zentralbankregeln und -lösungen reguliert werden könnte. Ob das vorteilhaft für den Bitcoin ist? Ein Risiko, das es zu würdigen gilt.

Bitcoin 100.000 US-Dollar? Denk’ nach!

Foolishe Investoren sollten daher überlegen, ob der Bitcoin weitere 1,8 Bio. US-Dollar an Börsenwert ansammeln kann. Das wäre es, was ein Kursziel von 100.000 US-Dollar implizieren würde. Für mich ist alleine diese Größenkomponente ein Grund skeptisch zu sein. Ein weiterer ist das einfache Fortschreiben eines zuvor auftretenden Trends.

Auch der Zeitraum von fünf Jahren erscheint mir sehr kurz für ein solches Kursziel. Zudem beruht ein Teil der Investitionsthese des Bloomberg-Analysten darauf, dass Bitcoin das neue digitale Gold wird. Mit einer eigentlich fungiblen Währung hat das ebenfalls wenig zutun.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Kryptowährungen. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Wertpapiere.

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Author: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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