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BASF-Aktie: 5 Erkenntnisse aus dem Bericht zum 2. Quartal

Die BASF (WKN: BASF11)-Aktie hat sich über viele Jahre stabil  und stetig nach oben entwickelt. In diesen Situationen gehen wir häufig davon aus, dass sich diese Tendenz immer weiter fortsetzt und dass es sich um ein krisenfestes Geschäft handelt.

Dieser Rückschluss erweist sich dann als falsch, wenn wir das Unternehmen genauer untersuchen. Als Chemiekonzern und einer der größten Vorproduzenten für die Automobilindustrie ist BASF stark von der Konjunktur abhängig und deshalb entsprechend krisenanfällig.

1. BASF mit hohem Ergebniseinbruch

BASFs Zahlen zum zweiten Quartal 2020 bestätigen diese Annahme. In diesem Zeitraum sank der Umsatz um 12 %. Dabei wurde der operative Gewinn vor Sondereinflüsse mit einem Rückgang um 77 % noch härter getroffen.

Besonders die Segmente Materials, Surface Technologies und Chemicals mussten wegen Sondereinflüssen sogar Verluste hinnehmen. Industrial Solutions verbuchte einen Rückgang um 33 %. Besser lief es hingegen im Segment Nutrition & Care, das den operativen Gewinn vor Sondereffekten um 16 % steigern konnte. Agricultural Solutions erreichte mit 120 Mio. Euro fast den Vorjahreswert von 121 Mio. Euro.

Unterm Strich musste BASF einen Verlust in Höhe von 878 Mio. Euro ausweisen. Allerdings nahm der Konzern infolge des gefallenen Ölpreises auch eine Abschreibung auf seine Wintershall Dea-Beteiligung in Höhe von 819 Mio. Euro vor, die maßgeblich für den hohen Konzernverlust verantwortlich ist.

Im gesamten ersten Halbjahr 2020 sank BASFs Umsatz nur um 2 %, der operative Gewinn um 34 % und der Nettogewinn um annähernd 100 %. Da für den Rest des Jahres und ausgehend vom zweiten Quartal nur mit einer leichten Verbesserung zu rechnen ist, könnte der Konzern im Gesamtjahr 2020 durchaus einen Verlust erleiden.

2. Der Vorstand bleibt pessimistisch

Dennoch waren diese Zahlen bereits erwartet worden und eine direkte Folge der harten Wirtschaftsschließung im Frühjahr 2020. Der Konzern erwartet für das dritte Quartal keine Verbesserung und gibt zudem keinen Ausblick.

Grund dafür ist, dass viele BASF-Kunden derzeit sehr kurzfristig und nur kleine Mengen bestellen, weshalb der Vorstand keine längerfristige Planung vornehmen kann. Dennoch lassen sich aus dem Umfeld Rückschlüsse ziehen.

3. 2021 könnten die Ergebnisse wieder steigen

So befindet sich der Automobilabsatz seit April 2020 wieder in einer Aufwärtstendenz. Zwar sind bis zur Marktreife eines wirksamen Corona-Impfstoffes noch weitere Einschränkungen und negative Auswirkungen möglich, aber 2021 könnte sich die Lage normalisieren und BASF wieder deutlich bessere Ergebnisse erzielen.

4. Sparprogramm und stabile Bilanz

Hinzu kommt das aktuelle Sparprogramm, das die Kostenbasis senken und den operativen Gewinn ab 2021 um 2 Mrd. Euro erhöhen wird. Bis Ende des Jahres werden wahrscheinlich 6.000 Stellen abgebaut und der Verkauf des Pigment- und Bauchemiegeschäfts abgeschlossen sein.

Positiv wirkt sich zudem aus, dass BASF in der Krise seinen Kassenbestand gegenüber dem Jahresende 2019 von 2.427 auf 5.212 Mio. Euro erhöht hat und somit die aktuelle Situation überstehen sollte. Für 2021 ist aber dennoch eine Dividendenkürzung oder -streichung möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich.

5. Aktie immer noch tief bewertet

Nachdem die BASF-Aktie vom Hoch Anfang 2018 mehr als 49 % gefallen ist (29.07.2020), ist sie heute wieder deutlich günstiger bewertet. Mit Blick auf die Aussichten und die Marktstellung ergibt sich für Langfristinvestoren somit aktuell eher eine Chance als ein Risiko. Dennoch gibt es dafür keine Garantie, worauf jeder Anleger auch vorbereitet sein sollte.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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Author: Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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