Es war bislang in mehrfacher Hinsicht ein Jahr wie kein zweites. Die Pandemie hat den Markt zunächst abrutschen lassen. Die 34 %, die der Referenzindex S&P 500 in weniger als fünf Wochen verlor, war der schnellste Crash der Geschichte.

Nach diesem historischen Absturz kam dann die Rallye über fünf Monate. Dies war die schnellste Erholung vom Tiefststand zum Höchststand, die jemals verzeichnet wurde.

Jetzt scheint sich die Geschichte zu wiederholen. In den letzten acht Bärenmärkten, die bis 1960 zurückreichen, gab es innerhalb von drei Jahren insgesamt 13 Korrekturen zwischen 10 und 19,9 %. Jeder Aufschwung führt unweigerlich zu einer oder zwei beträchtlichen Korrekturen.

Besonders interessant an der aktuellen Korrektur ist, dass sie vor allem Technologieaktien betrifft. Die wachstumsstarken Technologieaktien haben seit März die Rallye angeführt, aber jetzt rutscht der Tech-Sektor ab.

Das ist jedoch nicht unbedingt schlecht. Marktkorrekturen stellen immer Gelegenheiten dar, zu Schnäppchenpreisen hochwertige Unternehmen zu kaufen. Bullenmärkte lassen stets die Korrekturen klein erscheinen.

Wenn sich der Abrutsch fortsetzt, dürften die folgenden vier Aktien sehr interessante Chancen darstellen.

Amazon

Amazon (WKN: 906866), eines der größten börsennotierten Unternehmen der Welt, sollte in der Korrektur bei Schnäppchenjägern ganz oben auf der Liste stehen.

Die meisten Leute kennen Amazon wahrscheinlich wegen seines Verkäufer-Ökosystems, das laut Analysten der Bank of America/Merrill Lynch für schätzungsweise 44 % aller Online-Verkäufe in den USA verantwortlich ist.

Doch Amazon ist weit mehr als nur ein Online-Händler mit hauchdünnen Margen. Amazon betreibt zudem einen führenden Infrastruktur-Cloud-Service, Amazon Web Services (AWS). Schon lange vor der Pandemie konnten wir eine wachsende Zahl von Unternehmen beobachten, die auf eine Online-/Cloud-Präsenz umstellen. Corona hat das alles noch einmal beflügelt.

Bis zum Quartalsende im Juni stieg der AWS-Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 29 %. Der hochgerechnete Gesamtjahresumsatz lag bei über 43 Milliarden USD. Die Margen der Cloud-Dienste sind viel höher als die Margen des Einzelhandels oder der werbefinanzierten Dienste. So wird das starke zweistellige Wachstum bei AWS den operativen Cashflow von Amazon in den nächsten drei oder vier Jahren in die Höhe treiben. Sollte die Wall Street recht behalten, dürfte die Aktie Ende 2023 rund 6.000 USD wert sein.

Fastly

Cloud-Aktien führten erst die Rallye an und waren in letzter Zeit mit am stärksten von der Korrektur betroffen. Sollte der Abrutsch weitergehen, ist der Edge-Cloud-Computing-Dienstleister Fastly (WKN: A2PH9T) vielleicht ein interessanter Kauf.

Fastly verzeichnet einen stetigen Anstieg der Nachfrage nach seinen Dienstleistungen – d. h. Inhalte so schnell und sicher wie möglich zum Endnutzer zu bringen. Fastly wuchs bereits vor Corona blitzschnell, aber die Verlagerung hin zum Homeoffice hat Online-Inhalte wichtiger gemacht.

Das jüngste Quartal brachte einen Anstieg der Ausgaben der bestehenden Kunden des Unternehmens sowie den stärksten Neukundenzuwachs seit dem Börsengang. Die Erschließung neuer Kunden ist wichtig für Fastly, aber es ist der Anstieg der Ausgaben der bestehenden Kundenbasis (von denen einige Markenunternehmen sind), der die Ausweitung der Betriebsmarge vorantreiben wird.

Zugegebenermaßen erwirtschaftet Fastly bisher noch keinen Gewinn. Aber es geht in die richtige Richtung und die Aussichten sehen sehr verlockend aus.

Palo Alto Networks

Habe ich schon erwähnt, wie wichtig Cloud Computing-Aktien geworden sind? Wenn die Technologieaktien weiter abrutschen, könnte das Cyber-Sicherheitsunternehmen Palo Alto Networks (WKN: A1JZ0Q) die perfekte Portfolio-Ergänzung sein.

Unter den vielen Trends, die im Laufe des Jahrzehnts ein zweistelliges Wachstum erwarten lassen, könnte Cyber-Security die sicherste Rendite der Gruppe bieten. Das liegt daran, dass Hacker und Roboter keine Auszeit kennen. Der Schutz von Inhouse- und Cloud-Netzwerken hat sich zu einem grundlegenden Dienst entwickelt. Das bietet ein Maß an Vorhersehbarkeit des Cashflows. Etwas, was wachstumsstarke Technologieaktien nur selten bieten.

Palo Alto wird von einer notwendigen Geschäftsumwandlung profitieren, die sich sehr kurzfristig negativ auf seine Betriebsergebnisse auswirken, langfristig aber das Potenzial erheblich erweitern könnte. Dieser Übergang besteht in einer neuen Ausrichtung weg von physischen Firewall-Produkten hin von Abonnementdiensten und Cloud-Schutz.

Darüber hinaus hat Palo Alto sein Portfolio an Sicherheitslösungen aggressiv erweitert und spricht kleine und mittelständische Unternehmen durch Bolt-on-Akquisitionen an. Diese Ausgaben sollten es dem Unternehmen ermöglichen, über viele Jahre hinweg eine zweistellige Wachstumsrate beizubehalten.

Facebook

Am Ende wäre da noch Social-Media-Gigant Facebook (WKN: A1JWVX).

Bei einer Investition in Facebook dreht sich alles darum, dass man sich in das dominierende soziale Netzwerk einkauft. Das Unternehmen beendete das Juni-Quartal mit wahnsinnigen 2,7 Milliarden monatlich aktiven Nutzern. Diese Zahl steigt auf 3,14 Milliarden, wenn man die anderen Sites wie Instagram und WhatsApp mit einbezieht. Auf einer kombinierten Basis sind Facebook, Facebook Messenger, WhatsApp und Instagram vier der sieben meistbesuchten sozialen Plattformen. Werbetreibende wissen, dass sie nirgendwo anders ein so großes und zielgruppenorientiertes Publikum erreichen können.

Facebook hat noch nicht einmal sein Wachstumspotenzial voll entfaltet. Da der überwiegende Teil seiner Einnahmen aus der Werbung stammt, sammelt es nur Werbeeinnahmen von Facebook und Instagram. WhatsApp und Facebook Messenger wurden vom Unternehmen noch nicht einmal im Entferntesten monetarisiert.

Facebook hat zudem das Potenzial, über Werbeeinnahmen hinauszugehen. Der Facebook-Pay-Service des Unternehmens ist nur ein Beispiel dafür, wie das Unternehmen sein Umsatzwachstum ergänzen kann.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon, Facebook, Fastly und Palo Alto Networks. Sean Williams besitzt Aktien von Amazon, Bank of America und Facebook. Dieser Artikel erschien am 27.9.2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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Author: Sean Williams

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