ETFs funktionieren sehr einfach. Sowohl die Auswahl als auch die Handhabung mithilfe von Sparplänen oder Einmalinvestitionen sind relativ unkompliziert. Zudem brauchen sich Investoren hier nicht um Diversifikation und Einzelrisiken zu kümmern, was einen solchen passiven Ansatz natürlich entsprechend simpel erscheinen lässt.

Nichtsdestoweniger existieren auch bei den Passivfonds gewisse Stolperfallen, die entweder die Rendite minimieren können. Oder aber im schlimmsten Fall zu teuren Fehlern führen, die wirklich Geld kosten.

Werfen wir in diesem Sinne heute einen Blick auf drei häufige Fehler, von denen Investoren einmal gehört haben sollten. Natürlich auch um sicherzustellen, dass du diese bei deinen ETF-Plänen nicht begehst.

Wenig Aufmerksamkeit auf Diversifikation

Dass eine gesunde Diversifikation bei passiven Fonds wichtig ist, das dürften die meisten ETF-Fans inzwischen wissen. Nichtsdestoweniger verbinden die meisten damit lediglich die Auswahl breiter Märkte. Ohne sich jedoch mit weiteren Einzelheiten zu beschäftigen.

Zur gesunden Diversifikation gehört allerdings mehr als bloß die Auswahl eines Index. Wer beispielsweise unter der Home Bias leidet, wird womöglich eher zum DAX tendieren. Ein Index, der lediglich 30 Werte beinhaltet, was möglicherweise eine zu geringe Diversifikation ist, die außerdem gewisse und vornehmlich zyklische Schwachstellen aufweist.

Apropos Zyklizität. Auch hierauf sollten Investoren bei der inneren Aufteilung achten. Je nach Markt und Index können die Passivfonds gewiss über unterschiedliche Branchenschwerpunkte verfügen. So manches Börsenbarometer ist hierbei weniger zyklisch als andere, die hingegen defensiver sind. Auch solche Fragen sollte man als Investor daher klären, um einen interessanten, bestmöglichen und breiten Mix zu bekommen, der die attraktivsten langfristigen Chancen ermöglicht.

Zu guter Letzt bietet es sich außerdem an, auf die Regionen zu achten. Speziell bei globalen oder thematischen ETFs sollten Investoren auf die regionale Aufteilung achten. Häufig ist in einzelnen Passivfonds leider weniger Globalität drin, als man denkt, und entsprechend ist man nicht so weltweit aufgestellt, wie man so manches Mal glauben möchte.

Falsche Erwartungshaltung

Ein zweiter häufiger Fehler hängt mit der eigenen Erwartungshaltung zusammen. Viele Investoren erwarten zwar marktübliche Renditen. Allerdings wissen sie häufig nicht, was marktübliche Renditen im Kontext der Passivfonds eigentlich bedeuten.

Sofern man an dieser Stelle so manche Suchmaschine frequentiert, wird man ziemlich zügig auf historische Renditen im höheren einstelligen Prozentbereich kommen. Das hat häufig den Charme, als handele es sich hierbei um in Stein gemeißelte Renditen, ein Umstand, der in vielerlei Hinsicht hinterfragt gehört.

Einerseits müssen historische Renditen nicht zwingend zutreffen. Sie können zwar ein solider Indikator dessen sein, was hier zukünftig möglich sein wird. Gerade Parameter über Jahrzehnte oder Jahrhunderte hinweg bilden schließlich eine gute Ausgangslage, allerdings wird die Zukunft erst noch geschrieben und entsprechend wird sich zeigen, ob die Renditen hier besser ausfallen werden. Oder gleich. Oder auch schlechter.

Andererseits sollten wir zudem die Langjährigkeit solcher Prognosen stets betonen. Auch breite Märkte neigen schließlich zu Auf- und Abwärtsbewegungen und ein historischer Mittelwert, der über Jahre konstant erzielt wird, ist natürlich eine Wunschvorstellung.

Womöglich wird man daher als passiver Investor über viele Jahrzehnte hinweg eine annähernd durchschnittliche Rendite erzielen können, die jedoch auch in Zukunft variieren kann. Entsprechend sollte man daher nicht mit in Stein gemeißelten Ergebnissen rechnen.

Du agierst zu viel

Ein weiterer Fehler könnte außerdem mit deinen Handlungen zusammenhängen. Gerade ETFs sind schließlich prädestiniert für Buy-and-Hold-Ansätze. Auch Sparpläne können hier einen vollen Automatismus ermöglichen. Prinzipiell kann man daher bei den Passivfonds auf den Autopiloten schalten.

Viele Investoren neigen jedoch dazu, immer weiter zu suchen, sich nach noch besseren Passivfonds umzusehen oder auch aktiv zu kaufen und zu verkaufen, je nach Börsenlage. Gerade beim Markt-Timing sind jedoch mehr Anleger gescheitert, als reich geworden. Das liegt vor allem daran, dass Börsen in den seltensten Fällen vorhersehbar sind.

Ein kluger Ratschlag dürfte daher sein, möglichst wenig zu tun. Das dürfte sich auch mit dem Vorhaben decken, es hier einfach zu halten. Denn sofern man es komplizierter und aufwendiger haben möchte, könnte man auch gleich zur Errichtung eines eigenen Portfolios übergehen. Zeitlich dürfte das kein größerer Unterschied mehr sein.

Hand auf’s Herz: Siehst du Verbesserungspotenzial?

Fehler existieren daher auch im Kontext der ETFs, auch wenn hier vieles recht einfach gehalten werden kann. Sie zu erkennen, kann dich jedoch langfristig finanziell und renditetechnisch nach vorne bringen. Und dich möglicherweise vor der einen oder anderen Fehleinschätzung bewahren.

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Author: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst