Gilead Sciences (WKN: 885823) war einer der ersten Konzerne, der ein wirksames Mittel gegen COVID-19 zu besitzen schien. Dabei hatte das Unternehmen keinen speziellen Wirkstoff entwickelt, sondern seine eigene Pipeline untersucht. Schließlich sollte mit Remdesivir der große Wurf gelingen, weshalb die Aktie bis April 2020 deutlich anstieg. Das Mittel wurde ursprünglich gegen Ebola entwickelt, kam aber nicht zum Einsatz.

Remdesivir: Erst Euphorie, dann Ernüchterung

Doch in den letzten Monaten legte sich die Euphorie. Nach ersten klinischen Studien verkürzte sich mit Remdesivir zwar die Regenerationszeit der Patienten von 15 auf elf Tage, aber die Zahl der Toten konnte nicht deutlich reduziert werden. Im Mai 2020 erfolgte seitens der amerikanischen Behörde FDA die Zulassung für Notfallbehandlungen.

Ab August 2020 konnten schließlich alle Krankenhauspatienten mit Remdesivir behandelt werden. Gilead Sciences erforscht hauptsächlich Mittel gegen seltene Krankheiten, die meistens sehr teuer sind, und war damit lange Zeit sehr erfolgreich. Derzeit muss das Unternehmen aber eher mit Patent- und Umsatzverlusten kämpfen.

Gilead Sciences sucht nach neuen Einsatzwegen für Remdesivir

Auch Remdesivir ist mit bis zu 3.120 US-Dollar je Behandlung nicht gerade günstig. Aktuell untersucht der Konzern, ob es nicht noch weitere Einsatzwege für den Wirkstoff gibt, beispielsweise als inhalierbares Mittel außerhalb von Krankenhäusern in ambulanten Einrichtungen. So könnten „Menschen in Hochrisikogebieten vom Krankenhaus ferngehalten werden“, teilt Gilead Sciences dazu mit.

„Wenn man es also ohne intravenöse Injektion bis zu dem Ort (zur ambulanten Behandlung) schaffen könnte, an dem man die Lungenbehandlung erhält, dann sind wir auch hoffnungsvoll, dass man in der Lage sein könnte, außerhalb des Krankenhauses behandelt zu werden, um zu verhindern, dass Patienten ins Krankenhaus müssen“, so Gilead Sciences-Vorstandsvorsitzender Daniel O’Day.

Studien zur inhalierbaren Remdesivir-Anwendung haben bereits im Juli 2020 begonnen. Noch befinden sie sich allerdings in einem frühen Anfangsstudium. Erst im Laufe des Jahres 2021 wird es abschließende Studienergebnisse über die inhalierbare Remdesivir-Variante geben.

Gilead Sciences übernimmt Immunomedics

Der kalifornische Konzern versucht derzeit, seinen Umsatzrückgang mit neuen Mitteln und über Zukäufe zu stabilisieren. Über die vergangenen Jahre setzte er vor allem auf Onkologie (Krebs)-Medikamente. In der letzten Woche (14.09.2020) erfolgte nun für 21 Mrd. US-Dollar die Übernahme von Immunomedics (WKN: 872983). Das Unternehmen ist für sein Medikament Trodelvy bekannt, dass bei verschiedenen Brustkrebsarten zum Einsatz kommt. Darüber hinaus werden derzeit Einsatzmöglichkeiten bei weiteren Krebsarten untersucht.

Dementsprechend groß könnte das Umsatzpotenzial sein. Seit April 2020 ist es in den USA zugelassen und erzielte in den ersten beiden Monaten nach Verkaufsstart 20 Mio. US-Dollar Umsatz. Langfristig wird ihm Blockbuster-Potential zugeschrieben, was einen Jahresumsatz von 1 Mrd. US-Dollar bedeuten würde.

Gilead Sciences erhofft sich von der Übernahme spätestens ab 2023 einen positiven Gewinnbeitrag. In den Folgejahren sollen die Gewinne insgesamt wieder stärker steigen. Der Konzern begleicht die Übernahme mit 15 Mrd. US-Dollar in bar und über 6 Mrd. US-Dollar an neuen Schulden. Er erzielt zwar hohe Gewinnmargen und besaß vor der Übernahme einen Kassenbestand von 18,9 Mrd. US-Dollar, konnte ihn aber bisher nicht in ertragssteigernde Maßnahmen umsetzen.

Das Wertpapier ist derzeit niedrig bewertet

Die Aktie ist seit 2015 nur gefallen, heute sehr niedrig bewertet und könnte deshalb eine Turnaround-Chance sein (14.09.2020). Aber vergiss nie, an der Börse gibt es keine Garantien, worauf wir immer vorbereitet sein müssen.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Gilead Sciences und empfiehlt Immunomedics.

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Author: Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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